Am Montag erhielten die Spekulationen um Mehdi Benatia neue Nahrung.

Zunächst stand der heiß begehrte Verteidiger beim Training seines noch amtierenden Klubs AS Rom nicht auf dem Platz.

Die folgende Überlegung war nachvollziehbar: War der 27 Jahre alte Kapitän der marokkanischen Nationalmannschaft zu Vertragsgesprächen mit seinem künftigen Arbeitgeber aufgebrochen?

Nach Manchester? London? Oder gar München?

Das Rätselraten glich einer abgewandelten Werbung von „Drei-Wetter-Taft“.

Bis zur Auflösung des AS Rom. Der Klub teilte mit, dass Benatia individuell im Kraftraum trainiert hatte.

Die Verhandlungen nehmen dennoch Fahrt auf.

Gespräche an der Säbener Straße

Dass der FC Bayern sich intensiv um Benatia als Ersatz für den schwer verletzten Javi Martinez bemüht, hatte SPORT1 bereits am Sonntag berichtet.

Am Montag fanden nun erste Gespräche statt.

Alexandre Wacker, ein Mittelsmann von Benatias Berater, weilte am Nachmittag mehrere Stunden an der Säbener Straße und traf sich dabei mit Bayerns Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge.

Auch andere Kandidaten im Blick

Ob der Double-Gewinner seinen Wunschspieler auch bekommt, ist aber nicht endgültig sicher.

Denn auch der FC Chelsea mit Trainer Jose Mourinho und dem steinreichen Klubbesitzer Roman Abramowitsch haben ein Auge auf den Innenverteidiger geworfen.

Gleiches gilt für Manchester United.

Auch deshalb haben die Bayern auch noch andere Kandidaten als Martinez-Ersatz im Blick, wie SPORT1 weiß. Ganz oben auf der Liste steht aber Benatia.

Beim AS Rom bereitet man sich jedenfalls schon auf dessen Abschied vor.

Beim Testspiel der Römer am Dienstag gegen Fenerbahce Istanbul wird der Abwehrspieler nach SPORT1-Informationen nicht mit von der Partie sein.

Offizieller Grund: Eine Verletzung.

Und das Bemühen von United birgt eine pikante Note. Ob ausgerechnet Bayerns Ex-Trainer Louis van Gaal den Münchnern nun Benatia vor der Nase weg schnappt?

ManUnited unter Zugzwang

In den englischen Medien gilt United als Favorit, um den Zuschlag für den gebürtigen Franzosen zu bekommen.

Das ist nachvollziehbar. Der Klub des amerikanischen Milliardärs Malcolm Glazer ist dafür bekannt, noch einmal ganz andere Gehälter zu zahlen als es die Bayern können oder wollen.

Und die Not bei den schon lange nicht mehr furchteinflößenden „Red Devils“ ist nach dem Fehlstart in der Premier League umso größer.

Die Lücke, die die Routiniers Rio Ferdinand und Nemanja Vidic im Vorjahr hinterlassen haben, ist noch immer nicht geschlossen. Benatia käme da recht.

Einige englische Medien vermeldeten bereits am Wochenende, dass sich Benatia im wahrsten Sinn des Wortes im Anflug auf Manchester befinde. Gelandet ist er bis heute nicht.

Zeit bis 2. September

Fakt ist: Die Konkurrenz von United und Chelsea macht die Sache für die Bayern-Bosse nicht leichter.

Der Kampf um Benatia wird sich noch einige Tage hinziehen.

Mit dem Vollzug des Wechsels haben die Bayern sogar noch bis 2. September Zeit.

Da der 31. August in diesem Jahr auf ein Wochenende fällt, dauert die Transferperiode zwei Tage länger.

Die Römer sind angeblich bereit, Benatia für eine Ablöse zwischen 30 und 35 Millionen Euro ziehen zu lassen.

Benatia selbst betonte kürzlich: „Wenn etwas Großes passiert und der Klub mir sagt, dass wir mich verkaufen müssen, würde ich das verstehen. Das ist Fußball.“

Nun bleibt abzuwarten, wie groß das Angebot des FC Bayern am Ende ist.