Robert Lewandowski machte seine letzte Verbeugung. Vor dem Dortmunder Publikum.

Die Zuschauer auf der Tribüne applaudierten. „Danke Robert!“ stand auf einem Plakat. Das war im Mai 2014.

Rückkehr in Rot

Nur drei Monate später kehrt Lewandowski an seinen ehemaligen Arbeitsplatz zurück – im Trikot der Bayern (mehr dazu ab 18.30 Uhr im TV bei Bundesliga Aktuell).

Vor dem Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern am Mittwoch (ab 17.30 Uhr auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) steht kein Spieler so sehr im Fokus wie der Pole.

Es ist das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass ein ehemaliger BVB-Star die Reaktion der Fans fürchten muss.

Hoffen auf Milde

Mario Götze erlebte im November 2013, wie es ist, von den ehemals eigenen Fans im ehemals eigenen Stadion ausgepfiffen zu werden.

Beim Supercup noch nicht fit, musste er sich damals bei seiner Einwechslung im Ligaspiel gegen den Ex-Klub einiges anhören: „Judas“-Rufe, Pfiffe und Beschimpfungen.

Wie wird es nun Lewandowski ergehen, dem nächsten Weltklassespieler, den die Bayern dem Ligakonkurrent aus Dortmund entrissen haben?

Anders als Götze kann er aber auf die Milde der BVB-Fans hoffen.

Lewandowski hat Charakter bewiesen

Die vergangene Saison rechnen sie ihm in Dortmund immer noch hoch an, Lewandowski hat Charakter bewiesen. Eigentlich stand er bereits zur Saison 2013/14 vor dem Sprung nach München, doch das BVB-Management ließ ihn nicht ziehen.

Lewandowski war nicht begeistert. Aber allem Transfer-Hick-Hack zum Trotz nahm es der Stürmer wie ein echter Profi. Er lieferte mit insgesamt 28 Toren und 15 Torvorlagen ein weiteres Superjahr ab und wurde Torschützenkönig der Bundesliga.

Bereits in den beiden Saison davor, erzielte er jeweils mindestens 20 Bundesligatore und war 2013 mit zehn Treffern in der Champions League hauptverantwortlich dafür, dass Dortmund in der Königsklasse das Finale erreichte.

Vom super Stürmer zum Weltklassestürmer

Insgesamt traf Lewandowski in 187 Spielen für Dortmund 103 Mal ? ein unglaublicher Wert. „Wir haben damals einen super Stürmer verpflichtet und verlieren jetzt einen Weltklassestürmer“, fasste Trainer Jürgen Klopp passend zusammen. „So ist das halt. Aber es ist in Ordnung“, schob er etwas wehmütig hinterher.

Im Juni 2010 war Lewandowski von Lech Posen nach Dortmund gekommen, gleich am 1. Spieltag feierte er nach einer Einwechslung gegen Leverkusen (0:2) sein Bundesligadebüt.

Sein erstes Bundesligator erzielte er am 4. Spieltag, ausgerechnet im Revierderby auf Schalke (3:1). Zunächst war Lewandowski nur Ersatz hinter dem damaligen Stürmer Nummer eins Lucas Barrios und galt manchen sogar als „Chancentod“.

„Viele haben am Anfang gedacht, Barrios sei technisch besser. Lewa konnte das anfangs nicht so auf den Platz bringen. Und jetzt ist dieser außergewöhnliche Stürmer aus ihm geworden“, blickt Klopp zurück.

Den acht Treffern in der Auftaktsaison 2010/11 folgten in den kommenden Jahren immer eine Torausbeute von 20 plus X in der Bundesliga.

Lewandowski läuft schon heiß

Auf die hofft nun auch der FC Bayern. „Ich fühle mich sehr, sehr gut. Ich hatte einen schönen Urlaub, meine Batterie ist voll“, kündigt Lewandowski vor dem Saisonstart an.

In den Testspielen lief der Stürmer bereits heiß ? gegen Duisburg und zuletzt gegen die MLS Allstars in den USA hat Lewandowski bereits ins Tor getroffen. Bei den PR-Terminen in Amerika löste er regelrechte Fananstürme aus.

Die Kritiker sind längst verstummt. Mehr noch: Vier Jahre später hat Lewandowski quasi keine Kritiker mehr. Nicht einmal unter den enttäuschten BVB-Fans.

Sie würden ihm vielleicht sogar ein Tor am Mittwoch verzeihen.