Franck Ribery stand im Schatten der Brooklyn Bridge. Doch den Ausblick auf die Skyline von New York konnte der Franzose kaum genießen. Er musste den Pflichten eines Fußballprofis nachkommen und für Werbefotos posieren.
Seitdem die Profis des FC Bayern in New York gelandet sind, eilen sie von einem Termin zum nächsten. Showtraining, Sponsorentermine, Autogrammstunden – für den Rekordmeister wird der Trip zur Hatz.
Zudem stand in New York noch ein Testspiel auf dem Programm. Viele Bayern-Profis wirkten nach dem 1:0-Erfolg über das mexikanische Spitzenteam Chivas Guadalajara ausgelaugt.
„Nach dem Flug und der Reise war es ein bisschen schwer zu spielen“, sagte Stürmerstar Robert Lewandowski. Und Sebastian Rode ergänzte: „Der Trainer hatte vorher schon angekündigt, dass wir durch den Jetlag etwas müde sind.“
20.000 Kilometer im Flugzeug
Doch die Spieler nehmen die Strapazen und die insgesamt 20.000 Flugkilometer in Kauf. Schließlich will der FC Bayern im globalen Wettstreit mit den Spitzenteams aus Spanien und England aufholen.
Dafür muss der Rekordmeister sich auch in Übersee präsentieren. Das machen sie mit einem eigenen Büro in New York, das am Donnerstag eröffnet wurde.
15 Millionen Bayern-Sympathisanten soll es in den USA geben. Der Klub will sie als echte Fans gewinnen, um so das Merchandising-Geschäft in Übersee anzukurbeln.
Applaus für Ribery und Lewandowski
Der kurzfristige Erfolg hat sich offenbar schon eingestellt. Als die Bayern zum Test gegen Guadalajara ins Stadion einliefen, empfingen sie 25.000 begeisterte Zuschauer. Besonders Ribery und Lewandowski erhielten großen Applaus.
Für Trainer Pep Guardiola war das allerdings nebensächlich. Für den Spanier steht beim US-Trip der Sport im Vordergrund. „Wir sind nicht zum Spaß hier“, betonte Guardiola nach der Ankunft in New York.
Er strotzte während der Partie auch vor Energie. Ständig fuchtelte der 43-Jährige mit den Armen, packte sich bei Fehlpässen seiner Schützlinge an den Kopf.
Einige Spieler musste Guardiola aber kaum zurechtweisen. Etwa den Ex-Frankfurter Sebastian Rode, der sich im Mittelfeld wieder Fleißkärtchen verdiente.
Talent Gaudino überzeugt
Oder Gianluca Gaudino: Der 17-Jährige überzeugte als Balleroberer und brachte fast jeden Pass zu seinen Teamkollegen. Guardiola gönnte Gaudino einen Einsatz über die volle Distanz, das zweite Toptalent Lucas Scholl kam sechs Minuten vor dem Abpfiff.
Aufregung gab es gegen die Mexikaner um Lewandowski. Der Zugang von Borussia Dortmund lieferte sich eine Rangelei mit Chivas‘ Jair Pereira. Ausgangspunkt war ein rüdes Foul des Innenverteidigers, das für Lewandowski aber ohne Folgen blieb.
So kann der Pole die US-Tour ohne eine Verletzung fortsetzen. Doch Beschwerden könnte es für Lewandowski dennoch geben. Am Samstag geht es von der Ostküste an die Westküste.
4.000 Kilometer und drei Zeitzonen überbrücken die Bayern-Spieler, um nach Portland zu kommen. In der Nacht zu Donnerstag folgt ein Spiel gegen die MLS All-Stars (3.50 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US, Wiederholung ab 22.15 Uhr im TV auf SPORT1).
Weltmeister fliegen nach
Die sechs Weltmeister um Kapitän Philipp Lahm fliegen zu dieser Partie extra ein. Auch der Brasilianer Dante und der Niederländer Arjen Robben nehmen den Trip nach Portland auf sich.
Schon am 13. August sind die Bayern-Stars wieder in Deutschland gefordert, dann geht es gegen den Dauerrivalen Borussia Dortmund um den Supercup.
Die Münchner dürften hoffen, dass diese Partie von vielen US-Amerikanern in roten Trikots verfolgt wird. Topfitte Spieler dürften die neuen Fans allerdings nicht erwarten.