Von Reinhard Franke
München – Erfolg lässt Ansprüche in Windeseile in die Höhe schnellen. Das wissen die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg inzwischen nur zu gut.
Trainer Dieter Hecking und Geschäftsführer Klaus Allofs haben es in der vergangenen Saison geschafft, den Klub auf Rang fünf zu führen. Eine Platzierung, die bekanntlich für die Europa League berechtigt. Um ein Haar hätte es sogar mit der Champions League-Qualifikation geklappt.
Bei den „Wölfen“ geht es vorwärts, seit Ende 2012, seit Allofs und Hecking das Sagen haben.
Gestiegenes Anspruchsdenken
Vor der neuen Saison ist das Anspruchsdenken bei den Niedersachsen merklich gestiegen. Kein Wunder, denn schon in der Vergangenheit machten lukrative Neuverpflichtungen Lust auf mehr.
Da wurde im Januar 2013 der Ex-Dortmunder Ivan Perisic für rund acht Millionen Euro verpflichtet, dann im Sommer 2013 Luiz Gustavo für 16 und im Januar 2014 Kevin De Bruyne für 22 Millionen Euro.
In diesem Sommer nun nahm Allofs einen weiteren Spieler unter Vertrag, der dem VfL auf dem Weg nach oben den nötigen Kick geben soll: Aaron Hunt, der ablösefrei von Werder Bremen in die Autostadt wechselte. Ihn nennt Allofs im Gespräch mit SPORT1 eine „sehr interessante Verpflichtung.“
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Allofs ist stolz
Der Manager ist durchaus stolz: „Inzwischen gibt es in der Bundesliga wenig Alternativen für einen Spieler. Neben dem FC Bayern und Borussia Dortmund ist Wolfsburg da schon eine sehr gute Adresse.“
Wie schon De Bruyne holte Allofs auch Hunt einst nach Bremen. „Es ging rauf und runter bei Aaron und er hat sich vor allem in den letzten Jahren in Bremen immer mehr in den Vordergrund gespielt. Sein Tapetenwechsel wird ihm gut tun, er wird sich bei uns nochmal steigern“, glaubt Allofs.
Hunt passe „sehr gut bei uns rein. Er ist das erfahrene Element in unserem Kader.“
Weitere Verstärkung möglich
Das wollen sie in Wolfsburg auch in der kommenden Saison. Und für den Erfolg soll der Kader nochmal verstärkt werden.
Ein Stürmer soll noch kommen. Zudem denkt Allofs nach dem Ausfall von Abwehrspieler Christian Träsch an eine Nachverpflichtung: „Wir wollen eventuell noch etwas tun. Es werden sich noch einige Möglichkeiten bieten.“
Bei zwei Spielern sorgt Allofs für klare Verhältnisse. Bei Verteidiger Ricardo Rodriguez, der nach einer starken WM das Interesse von Manchester United weckte sowie Torwart und Kapitän Diego Benaglio, den Benfica Lissabon gerne verpflichten würde, schob er einen Riegel vor. Beide bleiben beim VfL.
So ist es mit dem neuen Anspruchsdenken in Wolfsburg. Da wird der Konkurrenz schon mal die kalte Schulter gezeigt.