München – Die Euphorie in Köln ist riesig. Mit 50.000 Zuschauern war das RheinEnergie-Stadion beim Bundesliga-Auftakt gegen den HSV (0:0) ausverkauft. Die Fans träumen von alten Zeiten, als der FC um den Meistertitel spielte.

Doch FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke gibt im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 den Klassenerhalt als Ziel aus.

„Wir sind Aufsteiger und müssen kleine Schritte machen. Es macht keinen Sinn jetzt von Platz acht, neun oder zehn zu reden. Platz 15 ist der Platz, der zum Klassenerhalt reicht und den streben wir an“, sagte Schmadtke einem Tag nach dem Remis gegen den Hamburger SV (Bericht).

Der 50-Jährige äußerte sich außerdem zum neuen Gesicht des 1. FC Köln, das finanzielle Ungleichgewicht in der Liga und kritisierte den Umgang mit Schalke-Trainer Jens Keller. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Jörg Schmadtke über …

? das neue Gesicht des 1. FC Köln:

„Langweilig wird es in Köln nie. Dafür ist die Stadt zu impulsiv. Wir müssen kleine Schritte machen. Es macht doch keinen Sinn von Platz acht oder neun zu reden. Unser Ziel ist Platz 15. Die Leute sind dankbar dafür, dass wir die Ziele so klar formulieren, weil sie wissen, dass wir sie erreichen können.“

? die Ziele des 1. FC Köln:

„Wir haben viel Substanz durch die vielen Abstiege gelassen. Wir haben 30 Millionen Schulden an der Backe. Die kann man nur in der ersten Liga abarbeiten. Wir müssen uns in den nächsten drei Jahren erst mal konsolidieren. Für uns war es wichtig, die Aufstiegs-Mannschaft beisammen zu halten. Die Homogenität sollte nicht verloren gehen. Das ist uns sehr gut gelungen. Dass gestern nur einer von den Neuen gespielt hat, ist nicht so dramatisch. Wir werden alle brauchen. Der ein oder andere hat noch Anpassungsdefizite.“

? Erfolgstrainer Peter Stöger:

„Wir haben uns zu Beginn ein bisschen beschnuppert. Peter Stöger hatte auch schon mal einen Sportdirektor-Posten. Daher kennt er meine Zwänge. Die Dinge haben sich sehr schnell zusammengefunden. Wir harmonieren sehr gut. Aber logischerweise liegen wir uns nicht immer in den Armen. Wir diskutieren die Dinge auch – aber unaufgeregt und sachorientiert. Es macht viel Spaß mit ihm.“

? Werksklubs wie Bayer Leverkusen:

„Wir werden sicher keinen finden, der uns mal eben 75 Millionen Euro gibt. Wir werden uns das Geld anders beschaffen müssen. Ich schaue aber mit einem Glücksgefühl nach Leverkusen. Die machen mit dem Geld ja auch richtige Dinge. Es ist doch legitim, das Bayer den Klub so unterstützt. Aber man muss schon feststellen: Die Schere in der Liga ist schon auseinandergebrochen. Bei Paderborn und Bayern liegen ja mittlerweile Galaxien dazwischen. Wir hinken da auch hinterher. Die Umsatzzahlen der Vereine, die um die europäischen Plätze spielen, sind im Gegensatz zu unseren ja 100 Millionen mehr. Das ist eine Riesenlücke. Da müssen wir unsere Märkte suchen.“

? die Krise auf Schalke:

„Ich bin sehr erstaunt, was da auf Schalke passiert. Sie haben die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte gespielt und trotzdem ist Jens Keller ständig in der Kritik. Horst Heldt stellt sich dann immer hin und sagt ‚Wir führen keine Trainerdiskussion‘, trotzdem kommt sie außerhalb des Klubs immer wieder auf. Das kann doch nicht sein. Das finde ich nicht in Ordnung!“