Verlängerungs-Drama in der Relegation: Der SC Paderborn ist in die Bundesliga aufgestiegen. Der VfL Wolfsburg erlebt den Super-GAU und geht erstmals runter!
Nach einem packenden Kampf setzte sich Paderborn im eigenen Stadion mit 2:1 nach Verlängerung durch. Das Hinspiel in Wolfsburg war 0:0 ausgegangen.
Relegation: Paderborn jubelt in der Nachspielzeit
Laurin Curda erzielte in der Verlängerung den entscheidenden Treffer (100.). Zehn Wolfsburger stemmten sich mit aller Kraft gegen die Niederlage – konnten den Abstieg aber nicht mehr verhindern. Damit ist das Fiasko für die Wolfsburger nach einer Saison zum Vergessen perfekt: Nach 29 Jahren endet die Zeit in der Bundesliga.
Die Paderborner hingegen konnten ihr Glück kaum fassen und stürmten auf den Platz. „Das ist krank. Das ist geil. Es ist surreal, ich werde wahrscheinlich mindestens eine Nacht brauchen, um es zu realisieren“, freute sich Paderborn-Coach Ralf Kettemann bei Sat.1.
Ganz anders stand es um die Gemütslage bei den Wolfsburgern, bei denen Wut und Enttäuschung herrschte. Direkt nach dem Abpfiff zertrümmerte VfL-Verteidiger Jeanuel Belocian mit einem Tritt eine Tür, die zum Wolfsburger Kabinentrakt führte.
Patrick Wimmer erklärte bei Sky: „Die Fassungslosigkeit ist jedem eigentlich ins Gesicht geschrieben. Auch in der Kabine, da ist einfach Leere da. Man kann eigentlich noch gar nicht realisieren, was alles passiert ist.“
Im Netz kassierte der VfL derweil zu allem Überfluss auch noch einen Shitstorm. Zum X-Post der Wölfe zum Abschied hagelte es tausende hämische Kommentare voller Schadenfreude.
Maehle erweist Wolfsburg einen Bärendienst
Dabei erwischte Wolfsburg den besseren Start und ging früh durch Dzenan Pejcinovic in Führung (3.). Filip Bilbija glich schließlich für Paderborn aus (38.). In der regulären Spielzeit fielen keine weiteren Tore mehr, so ging es in die Verlängerung.
Bei der ersten Verwarnung von Maehle monierte Aufsichtsratsmitglied und Ex-Profi Diego Benaglio allerdings fehlendes „Fingerspitzengefühl“ von Schiedsrichter Felix Zwayer. „Wir haben uns die Szene noch einmal angeschaut. Ja, er spielt den Ball ganz leicht weg. Aber ihn dafür verantwortlich zu machen, dass es danach eine Rudelbildung gibt – sei mir nicht böse –, das sehen wir nicht.“
In der Nachspielzeit hätte Sven Michel beinahe die Partie entschieden, doch sein Kopfball knallte nur gegen den Pfosten (90.+2). Curda machte es schließlich besser (100.).
Um ein Haar hätte Kento Shiogai noch ausgeglichen, aber Dennis Seimen rettete glänzend (120.). Auch die Volley-Abnahme von Jesper Lindström segelte knapp am Tor vorbei (120.+3).
Wolfsburg muss runter – Paderborn erstklassig
Wolfsburg hat sich am letzten Bundesliga-Spieltag durch ein 3:1 beim FC St. Pauli in die Relegation gerettet, blickt nun aber in die Röhre.
Der SC Paderborn ist erst dank eines 2:0 am 34. Spieltag beim SV Darmstadt 98 noch auf Platz drei in der 2. Bundesliga geklettert und feiert nun den Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Fußballs.