Bis Mittwoch 17 Uhr hat der TSV 1860 München Zeit, um die Lücke von 2,7 Millionen Euro zu schließen. Sonst folgt der Gang in die Regionalliga. Seit Tagen beschäftigt das Thema Fans und Verantwortliche des Münchner Traditionsklubs. Einen Tag vor Ablauf der Lizenzierungsfrist der 3. Liga hat Investor Hasan Ismaik eine leichte Entwarnung gegeben.
„Ich denke, wir bleiben in der 3. Liga, und jeder arbeitet besonders hart, um in der 3. Liga zu bleiben“, wird der Ismaik am Dienstagnachmittag von der SZ zitiert. Wie das Medium berichtet, seien die Anwälte der Profifußball-KGaA und der Investorenseite in harten Verhandlungen.
1860 München: Ismaik kündigte Darlehensverträge
Ausgangspunkt der Problematik war Ismaiks Kündigung von Darlehensverträgen. Dazu kam, dass Geschäftsführer Manfred Paula erklärte, dass man in den Notbetrieb übergegangen sei und aktuell keine Gehaltszahlungen leisten könne. Beim TSV droht sogar die Insolvenz.
„Nach all diesen Jahren müssen wir ehrlich und unmissverständlich sein: Die derzeitige Situation kann so nicht weitergehen, und die aktuelle Situation muss ernsthaft und mutig auf den Prüfstand gestellt werden“, hieß es in einem Statement von Ismaik.
Demnach brauche der Verein mehr als eine neue Finanzierung, sondern eine „echte Restrukturierung“ sowie „ein klares Finanzkontrollsystem und Compliance sowie ein Management, das nach modernen institutionellen Standards arbeitet, wie es auch bei erfolgreichen Vereinen und Unternehmen der Fall ist“.
1860-Abstieg könnte Kettenreaktion auslösen
Sollte trotz der leichten Entwarnung des jordanischen Geschäftsmanns der Gang in die Regionalliga anstehen, würde das eine Kettenreaktion auslösen. Die Zweitvertretung des FC St. Pauli machte sich sogar Hoffnungen auf einen Verbleib in der Regionalliga Nord, da Drittliga-Absteiger TSV Havelse bei einem Abstieg von 1860 am grünen Tisch den Klassenerhalt schaffen würde und damit ein Platz in der Liga für die Hamburger frei werden würde.
Weil Havelse aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen möglicherweise freiwillig auf einen Drittliga-Verbleib verzichten könnte, dürfte Erzgebirge Aue (18. der 3. Liga) dann wieder hoffen, die Klasse zu halten. Der Mittwoch bringt also nicht nur für 1860 neue Erkenntnisse.