Mats Hummels hat FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen dessen inzwischen gescheiterter Investorenpläne für die Fußball-WM scharf attackiert. Im Podcast „Alleine ist schwer“ bezeichnete der Weltmeister von 2014 das Vorhaben als „einen der größten Skandale in der Geschichte des Sports“ und übte deutliche Kritik am FIFA-Boss.
„Wie kommt man auf die Idee? Was geht in einem Kopf vor, dass du denkst, das wäre okay und du könntest das machen?“, sagte Hummels in der am Montag erschienenen Folge. Für den früheren Nationalspieler hätte der geplante Einstieg privater Investoren die Bedeutung der Weltmeisterschaft grundsätzlich verändert: „Dass du das größte Sportereignis der Welt den Menschen wegnehmen willst und dann dein eigenes Ding daraus machst, das finde ich Wahnsinn.“
„Beweggrund dahinter ist Geld“
Die FIFA hatte geplant, kommerzielle Aktivitäten und die Organisation ihrer Wettbewerbe in einer neuen Gesellschaft zu bündeln und Minderheitsanteile daran an private Investoren zu verkaufen. Nach massivem Widerstand mehrerer Verbände, allen voran der UEFA, rückte der Weltverband schließlich von dem Vorhaben ab.
Den Beweggrund hinter den Plänen sieht Hummels vor allem im finanziellen Bereich. „Vor allem ist der Beweggrund dahinter – völlig überraschend bei der FIFA – Geld“, erklärte der 37-Jährige sarkastisch.
Zudem griff er Berichte auf, wonach Infantino auch langfristig eine Rolle in der geplanten Gesellschaft hätte spielen können: „Er soll angeblich bereits einen sicheren Posten in der Firma haben, die die WM organisieren sollte.“
Hummels beklagt „finanzielles Ausmelken“
Die Kritik des früheren Nationalspielers ging allerdings noch weiter. Die FIFA habe in den vergangenen Jahren „alles getan, um den Fußball unpopulärer zu machen und ihn finanziell auszumelken“. Dadurch drohe eine Entwicklung, bei der sich immer weniger Menschen leisten könnten, Fußball zu verfolgen.
Gerade mit Blick auf die Weltmeisterschaft stößt das bei Hummels auf Unverständnis. Keine andere Sportart komme bei Größe und Bedeutung an die Fußball-WM heran, erklärte der ehemalige Dortmunder. „Es gibt nichts Verbindenderes in der Sportwelt als diese vier Wochen Weltmeisterschaft alle vier Jahre.“
Lob für den UEFA-Widerstand
Entsprechend positiv bewertete Hummels den Widerstand gegen die Pläne. „Ich liebe den großen UEFA-Widerstand, das finde ich richtig gut“, sagte er. Besonders wichtig sei gewesen, dass der europäische Verband geschlossen und entschieden gegen das Vorhaben vorgegangen sei.
Dadurch sei auch für andere Verbände ein klares Signal entstanden. Das geschlossene Auftreten der UEFA habe eine entscheidende Rolle gespielt.
„Droge aus Geld und Macht“
Besonders scharf fiel schließlich die persönliche Kritik an Infantino aus. „Es geht um Macht und Geld, wenn man irgendwann in so eine Position kommt. Irgendwann wird es zur Droge“, sagte Hummels. Für ihn sei nur schwer nachvollziehbar, wie jemand, der selbst Fußballer gewesen sei und den Sport geliebt habe, derartige Vorhaben verfolgen könne.
„Ich glaube wirklich, dass diese Droge aus Geld und Macht ihn gefangen genommen hat“, legte der Weltmeister von 2014 nach. Wie sehr ihn das Thema beschäftigte, machte er kurz darauf selbst deutlich: „Es geht um Fußball. Ich kann nicht aufhören, darüber zu reden.“
Hummels mit klarer Infantino-Prognose
Auch für die Zukunft des FIFA-Präsidenten wagte Hummels schließlich eine deutliche Prognose.
Auf die Frage, ob Infantino nach dem gescheiterten Vorstoß weiterhin an der Spitze des Weltverbandes bleiben werde, antwortete er knapp: „Ich glaube, das war’s für ihn. Damit hat er sein eigenes Ende als FIFA-Präsident eingeleitet.“