Gianluigi Buffon hat in einem Interview über die schwierige Trainersuche des italienischen Verbands gesprochen und leichte Zweifel an dem eigentlichen Wunschkandidaten, Pep Guardiola, durchblicken lassen.
Kurz nachdem FIGC-Präsident Giovanni Malago bestätigt hatte, dass ein aktiver Austausch zwischen beiden Parteien stattfinden würde, sagte Guardiola den Job als Nationaltrainer aus rein persönlichen und familiären Gründen ab.
Buffon erklärt seine Guardiola-Zweifel
„Allein sein Name hätte einen Schub ausgelöst – und genau das hätten wir gebraucht“, meinte Buffon bei der Gazzetta dello Sport bezüglich einer möglichen Guardiola-Verpflichtung, ordnete aber zugleich ein: „Selbst mit ihm gäbe es keine Erfolgsgarantie.“
Buffon verwies darauf, dass Guardiola zwar über viele Jahre hinweg sehr erfolgreich bei Vereinsmannschaften – dem FC Barcelona, dem FC Bayern und Manchester City – gewesen war, aber „eine Nationalmannschaft ist etwas völlig anderes“.
Verständnis für Pirlos Rückzug
Nach der erfolgten Guardiola-Absage sah eigentlich alles danach aus, dass Andrea Pirlo das italienische Nationaltraineramt übernehmen würde, doch der frühere Mittelfeldspieler nahm sich selbst aus dem Rennen um den Job. Grund für die Wende war seine Verbindung zu einem russischen Wettanbieter.
„Ich bin froh, dass Andrea sich einen so schwierigen Weg erspart hat, denn die Voraussetzungen waren alles andere als ideal“, sagte Buffon nun und ergänzte: „Die Geschichte um die russische Website war ein politischer Versuch – unbeholfen und gescheitert –, ihn als ’nicht tragbar‘ abzustempeln.“
Buffons Appell für die Zukunft
Nach der Pirlo-Wende entschied sich der italienische Verband dann, Roberto Mancini erneut als neuen Nationaltrainer auszuwählen. Unter den teils chaotischen Umständen bezeichnete Buffon den 61-Jährigen, der Italien 2021 zum Gewinn der Europameisterschaft geführt hatte, als „richtigen Kandidaten“ für das Amt.
„Jetzt gilt es, das Band zurückzuspulen und darauf zu hoffen, den Schwung wiederzufinden, der uns zur Europameisterschaft getragen hat – und nicht die Stimmung, die nach dem zweiten verpassten WM-Ticket herrschte“, appellierte die Torhüter-Legende abschließend.