44 Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben den Fußball-Weltverband FIFA wegen der geplanten Rückkehr russischer Nationalteams in Wettbewerbe auf Jugendebene kritisiert. „Wir fordern die FIFA dringend auf, sich für den Frieden einzusetzen und nicht den Aggressor – Russland – zu besänftigen“, heißt es in einem Brief an FIFA-Boss Gianni Infantino, der der US-Zeitung Politico vorliegt.

Hintergrund ist die Entscheidung der FIFA-Spitze, Russland die Teilnahme an der U15-Weltmeisterschaft zu erlauben, die im Oktober in Aserbaidschan stattfindet. Obwohl russische Nationalmannschaften und Vereine seit 2022 vom internationalen Fußball ausgeschlossen sind, hat die FIFA den nationalen Verband nie suspendiert.

FIFA-Präsident Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni InfantinoFIFA-Präsident Gianni Infantino© GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SID/Sam Hodde

Bedingungen für Russland-Rückkehr klar

Russland dürfe erst wieder zu FIFA-Wettbewerben zugelassen werden, wenn es Friedensverhandlungen mit der Ukraine aufnehme, „eine Waffenruhe vereinbare“ und der Rückführung von Kindern zustimme, die aus ukrainischen Gebieten verschleppt wurden, heißt es in dem Brief weiter.

Bei der Ankündigung der ersten U15-WM der Geschichte hatte die FIFA erklärt, das Turnier stehe allen Verbänden offen. Russland wertete die Erklärung umgehend als Einladung zur Rückkehr. „Wir begrüßen die Entscheidung der FIFA, der russischen Nationalmannschaft die Teilnahme an der U15-WM zu gestatten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um russische Mannschaften wieder in den internationalen Sport zu integrieren“, schrieb der russische Sportminister Michail Degtjarjow in den sozialen Medien.