Im Rahmen seiner Pläne, Anteile der Fußball-WM an private Investoren zu verkaufen, hat FIFA-Präsident Gianni Infantino laut übereinstimmenden Medienberichten den 211 Mitgliedsverbänden offenbar eine Frist bis zum 19. September gesetzt – mit einem Anreiz von rund 35 Millionen Euro für die Zustimmung.
Das geht aus einem Schreiben, das der Times vorliegt, hervor. Das englische Portal, der Telegraph und die Financial Times hatten am Dienstag berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will.
So zitiert etwa die Sportschau aus einem Brief, in dem der Boss des Weltverbandes von einer „vollkommen demokratischen Entscheidung in den Händen der Mitgliedsverbände“ schreibt. Demnach sei eine einfache Mehrheit nötig, um die am Dienstag bekannt gewordenen Pläne umzusetzen.
Aus dem Schreiben geht hervor, dass Infantino allen Verbänden, die der Privatisierung zustimmen, rund 35 Millionen Euro geboten hat.
UEFA: Boykott der WM im Gespräch
Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Dienstagabend weitgehend. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut den Berichten sollen bis zu 20 Prozent der Anteile verkauft werden.
Sofern mindestens 106 Verbände den Plänen der FIFA zustimmen, könnte der Weltverband bereits mit Beginn des kommenden Jahres deutlich mehr Geld an seine Mitglieder als bislang ausschütten. Dass Infantino diese Mehrheit erreicht, dürfte als sicher gelten – kürzlich hatten nach einem Bericht des Guardian mehr als 200 Länder dem Präsidenten Unterstützung mit Blick auf dessen mögliche Wiederwahl im kommenden Jahr zugesichert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte allerdings auf eine entsprechende Zusage verzichtet.
An den nun bekannt gewordenen Plänen der FIFA äußerten bereits unter anderem Fußballverbände, Funktionäre, Politiker und Menschenrechtsorganisationen heftige Kritik. Laut Sky, ESPN und Bloomberg soll bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) noch in dieser Woche eine Dringlichkeitssitzung abgehalten werden, bei der auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden soll.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)