Endlich wieder ein bescheidener Plan von Gianni Infantino! Der mächtige FIFA-Präsident möchte Anteile an der WM veräußern. Eine Nachricht, die in der Presse „wie eine Bombe“ einschlug – und gleichzeitig bei den bisherigen Machenschaften Infantinos kaum mehr verwundert.
Der Fußball gehört den Fans? Darüber kann der mächtige FIFA-Präsident nur lachen.
Große Kritik an Infantino-Plänen zum WM-Verkauf
Selten war sich die Fußball-Welt so einig, was sie von den neuesten, geldgetriebenen Ideen Infantinos – die FIFA verspricht sich noch in diesem Jahr einen Erlös von über vier Milliarden US-Dollar – hält.
Die Europäische Fußball-Union (UEFA), in der Vergangenheit nicht gerade kritikbefreit, gilt plötzlich als letzte Hoffnung des Fußballs, sollte der Deal die Zustimmung der Mehrheit der Mitgliedsverbände und des Councils bekommen.
Denn in einer Dringlichkeitssitzung soll Berichten zufolge über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden. Nur folgerichtig und notwendig, dass die UEFA zudem die nationalen Fußballverbände in die Pflicht nimmt. Ebenso beruhigend, dass die Reaktionen nicht lange auf sich warten ließen.
DFB-Vize-Präsident Hans-Joachim Watzke – gleichzeitig Vize-Präsident des UEFA-Exekutivkomitees – polterte über die Pläne. Deutliche Kritik kam auch vom Kontinentalverband CONCACAF. In Person von Max Eberl wurde auch ein prominenter Bayern-Boss deutlich. Sogar Sepp Blatter, einst als Präsident selbst häufig im Kreuzfeuer der Kritik, stellt sich inzwischen regelmäßig gegen seinen Nachfolger.
Die UEFA muss Taten folgen lassen
Eine gemeinsame Gegenattacke, ein geschlossenes Vorgehen, das sich nicht nur in erbosten Worten äußert, ist gegen den Wahnsinn um Infantino wohl die einzige Chance.
Vor allem von der UEFA muss eine deutliche Reaktion kommen, gerade weil sich Infantino der Unterstützung von Donald Trump und zahlreicher kleinerer (Fußball-)Nationen sicher sein kann.
Denn keine Frage: Dass sich die Ausschüttung an die Mitgliedsverbände mehr als verdoppeln könnte und zudem eine Einmalzahlung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar im Raum steht, ist allemal verlockend.
Eine große Menge Geld für manch kleinen Verband. Das Geld komme dem Fußball zugute, heißt es – nun gut.
Infantino braucht die UEFA
Aber Infantino braucht die UEFA, braucht die europäischen Top-Nationen zum Überleben. Das hat nicht nur das Ergebnis der abgelaufenen WM einmal mehr gezeigt.
Grenzen hat Infantino längst überschritten, der Angriff auf den Fußball ist erfolgt. Doch noch ist die Chance da, dass der Fußball als Gewinner aus der Episode herausgeht.