Enrique Riquelme macht Ernst – und bei Real Madrid den ersten offiziellen Schritt Richtung Präsidentschaftswahl. Der Energie-Unternehmer informierte am Donnerstagnachmittag die Wahlkommission per Schreiben über seine Kandidaturabsicht – eine vorgesehene Vorab-Notifikation. Nun hat er 48 Stunden Zeit, um die Bewerbung endgültig einzureichen.
Nachdem der langjährige Amtsinhaber Florentino Pérez, der seit 2009 in seiner zweiten Amtszeit im Präsidentensessel sitzt, Mitte Mai in einer denkwürdigen Pressekonferenz Neuwahlen bei den Königlichen angekündigt hatte, steht in dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden der Grupo Cox ein Herausforderer fest.
Laut Medien hat der 37 Jahre alte Milliardär bereits eine erforderliche Bankgarantie in Höhe von 194 Millionen Euro organisiert, die ihm die Tür zur offiziellen Kandidatur öffnet. Bis Samstag muss zudem sein Führungsteam benannt sein. Wird die Liste zugelassen, käme es zur Wahl der Mitglieder (Socios) am 7. Juni – immer vorausgesetzt, es treten mindestens zwei gültige Kandidaturen an.
Real Madrid: Riquelme fordert mehr Transparenz
Schon vor dem Gang zur Wahlkommission drängte Riquelme auf einen „transparenten“ und breiter angelegten Prozess. „Der Madridismo verdient Zeit, Ruhe und Reflexion“, schrieb er in einem offenen Brief an Pérez. Mit der Vorab-Notifikation macht er aus dem Appell nun einen konkreten Machtanspruch.
Der 79 Jahre alte Pérez hatte sich bei der Ankündigung der Neuwahlen kämpferisch gegeben und erklärt, dass er nicht zurücktreten werde und jeden einlade, gegen ihn anzutreten.
Besonders bissig wurde der Klubchef bei einem Seitenhieb auf Riquelme, „einen Unternehmer aus dem Energiesektor mit mexikanischem Akzent“, der sich doch bitte aufstellen solle.