Das wäre ein echter Knall! Die FIFA erwägt offenbar einen Beschluss, der alle Vereine dazu verpflichten würde, künftig zu jeder Zeit des Spiels immer mindestens einen Spieler auf dem Feld zu haben, der aus der eigenen Jugend, genauer gesagt aus der Altersklasse U20 oder U21, stammt. Über diese potenzielle Maßnahme berichten unter anderem Marca, The Athletic und The Times übereinstimmend.

Der Vorschlag soll demnach auf der FIFA-Ratssitzung, die dieser Tage im kanadischen Vancouver stattfindet, die Runde gemacht haben und dürfte den Übergang vom Nachwuchs- in den Profifußball weltweit nachhaltig verändern – sollte er denn umgesetzt werden.

Eigengewächse wie Bayerns Pavlovic und Karl könnten in Zukunft von größerer Bedeutung werden
Eigengewächse wie Bayerns Pavlovic und Karl könnten in Zukunft von größerer Bedeutung werdenEigengewächse wie Bayerns Pavlovic und Karl könnten in Zukunft von größerer Bedeutung werden© IMAGO/MIS

FIFA: Diese Jugend-Regel wäre historisch

Der FIFA-Rat, das oberste Entscheidungsgremium des Weltverbands, genehmigte am Mittwoch „einstimmig ein Konsultationsverfahren mit allen relevanten Interessengruppen zu einer reglementarischen Vorschrift“, wie in einer offiziellen Mitteilung zu lesen war.

Es wird jedoch wohl noch eine Weile dauern, bis eine Entscheidung über den revolutionären Vorschlag getroffen wird: Offiziell soll der Antrag dem FIFA-Rat erst im kommenden Jahr übergeben werden.

The Athletic berichtet unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen, dass es am Montagabend bereits positive Gespräche zwischen allen sechs Konföderationspräsidenten über eine Regeländerung zur Förderung der Spielerentwicklung gegeben haben soll.

Bis zu einer finalen Entscheidung dürften aber noch Fragen zu klären sein: etwa ab wann ein Spieler in diesem Zusammenhang tatsächlich als Eigengewächs gewertet werden kann.

Aktuell gibt es unterschiedliche Regelungen

Aktuell herrschen in den einzelnen Ländern und Ligen unterschiedliche Regeln zur Integration junger Talente. In der Bundesliga gilt etwa, dass jeder Verein mindestens vier Spieler im Kader haben muss, die zwischen ihrem 15. und 21. Lebensjahr mindestens drei Jahre für den eigenen Klub spielberechtigt waren.

Hinzu kommen vier weitere Spieler, die lokal ausgebildet wurden, also zumindest von einem anderen deutschen Verein. Vorgaben zur Spielzeit, wie es nun der diskutierte Vorschlag vorsieht, sind nicht Teil der Regelung.

Die mögliche FIFA-Revolution dürfte einige Vereine bei der Einsatzzeit für Nachwuchsspieler daher zum Umdenken zwingen. So absolvierte beim FC St. Pauli und beim VfB Stuttgart in dieser Saison beispielsweise noch kein einziges Eigengewächs eine Bundesligapartie.

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