Der gefeierte Matchwinner Deniz Undav hatte nach den Pfiffen gegen Leroy Sané erst mal eine deutliche Botschaft für die deutschen Anhänger.
„Ich hoffe und bitte jeden Fan, dass, wenn Leroy oder ein anderer Spieler reinkommt, dass man da nicht buht“, sagte der Angreifer nach dem 2:1 (1:0) gegen Ghana in der ARD: „Egal, was ein Spieler macht oder wie er ist, man sollte hinter der Mannschaft stehen. Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft mit den Fans eine Einheit werden.“
DFB-Team: Sané unter Pfiffen und Buhrufen eingewechselt
Sané war bei seiner Einwechslung in der 78. Minute vom Publikum mit deutlichen Pfiffen bedacht worden, auch Buhrufe waren zu hören.
Dies mache „keinen Sinn“, monierte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger: „Es bringt der deutschen Nationalmannschaft ja überhaupt nichts, wenn gebuht wird“, meinte der Ex-Nationalspieler.
Noch deutlicher wurde Torwart Alexander Nübel. Er betitelte die Aktion der Fans als „absoluten Schwachsinn“.
Nagelsmann: „Finde es nicht schön“
Bundestrainer Julian Nagelsmann erinnerte: „Ich habe einmal was zu den Fans gesagt, da habe ich einen Shitstorm kassiert. Generell finde ich es nicht schön wenn unsere Spieler ausgepfiffen werden.“
Sein Appell an die Fans lautete: „Wenn die Spieler den Adler auf der Brust tragen, dann sollten wir sie so lange tragen, wie sie den Adler auf der Brust tragen. Wenn es irgendwann nicht mehr der Fall ist und auf Klubebene, dann finde ich es auch nicht schön, kann es aber verstehen. Bevor er die erste Aktion hatte, ihn auszupfeifen, finde ich nicht super fair.“
Undav: „Hoffe, dass die Fans Leroy supporten“
„Ich hoffe, dass es beim nächsten Spiel und vor allem beim Turnier nicht mehr so sein wird“, betonte Undav. Er finde dies „schade, denn wir sind eine Mannschaft. Ich hoffe, dass die Fans Leroy beim nächsten Mal auch supporten. Leroy gehört genauso zu uns, wie jeder Staff-Member.“
Der Profi des VfB Stuttgart selbst war vom heimischen Publikum bereits vor seiner Einwechslung gefeiert worden, nach seinem Siegtor in der 88. Minute sowie nach Abpfiff gab es erneut lautstarke Sprechchöre.
„Ich fand es schön von den Fans, wie sie mich bejubelt haben. Danke dafür!“, sagte Undav. Er kenne seine derzeitige Jokerrolle, führte der 29-Jährige aus: „Aber durch Tore und auch wichtige Tore kann sich die Rolle vielleicht verändern. Ich versuche einfach meine Rolle zu akzeptieren, weiterzumachen, Gas zu geben und Tore zu machen für die Mannschaft. Das ist das Wichtigste.“
—–
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)