Franz Beckenbauers Tod im Alter von 78 Jahren bewegt die gesamte Fußball-Welt. Auch Weltmeister Toni Kroos gedenkt in der neuesten Episode seines Podcasts „Einfach mal Luppen“ einem der größten Fußballspieler überhaupt.

Insbesondere fordert Kroos, „dass man heutzutage einfach total viel Wert legt auf die menschliche Komponente“ legen sollte.

Franz Beckenbauer (l.) ehrt Toni Kroos (r.) nach der U17-WM 2007 zum besten Spieler
Franz Beckenbauer (l.) ehrt Toni Kroos (r.) nach der U17-WM 2007 zum besten Spieler Franz Beckenbauer (l.) ehrt Toni Kroos (r.) nach der U17-WM 2007 zum besten Spieler

„Seine Erfolge sind unbestritten, aber fast bei jedem ist das mindestens der zweite Satz ihres Statements, wenn nicht sogar der Erste: Ein guter offener und höflicher Mensch zu sein“, erläutert der Star von Real Madrid.

Beckenbauer hätte „noch viel mehr Anerkennung verdient“

Allerdings sei es für den 34-Jährigen ebenso wichtig, „dass wir diese Leute, die so sind wie er und so viel geleistet haben, noch viel mehr hochleben lassen müssen, und zwar zu Lebzeiten – und nicht immer dann, wenn jemand verstorben ist.“ Legenden wie Franz Beckenbauer hätten „noch viel mehr Anerkennung verdient.“

„Ich sage nicht, dass er keine Anerkennung bekommen hat“, stellt Kroos klar. „Vor allem Aktive, sprechen ja auch über ‚den größten Deutschen‘.“

Dennoch bemängelt der Weltmeister von 2014: „Ich finde, es wird in Deutschland immer versucht, jemandem ans Bein zu pinkeln. Niemand ist perfekt, auch er nicht. Lass uns doch akzeptieren, dass jemand so groß ist und so ein guter Mensch ist, um gefeiert zu werden, vor allem zu Lebzeiten.“

Sommermärchen? „Dafür steht Beckenbauer mit seinem Namen“

Neben den individuellen Erfolgen als Sportler und Mensch habe Beckenbauer aber auch für die internationale Wahrnehmung des deutschen Fußballs eine entscheidende Rolle gespielt.

Durch das Sommermärchen 2006 habe sich „die Anschauung auf Deutschland in der gesamten Welt sehr verändert, und zwar sehr zum Positiven“, meint Kroos.

„Ich weiß nicht, ob das heute immer noch so ist, aber damals – und für eine ganz lange Zeit – hat das die Anschauung extrem verändert. Dass auch die Deutschen Feste feiern können, euphorisiert werden können, so eine riesige Party über den Sommer schmeißen können, dass auch in Deutschland gutes Wetter ist und alle sehr offen und freundlich empfangen werden“, folgert der 106-malige Nationalspieler. „Dafür steht er mit seinem Namen und ich glaube da gibt es keine Diskussionen.“