Bitterer hätte dieser Champions-League-Abend für den FC Bayern nicht laufen können!
Auch wenn Trainer Thomas Tuchel der Leistung seiner Mannschaft – bis zum zweiten Gegentreffer – viel Positives abgewann: Die Enttäuschung beim Rekordmeister war nach dem 0:3 in Manchester riesig.
Über eine halbe Stunde verging nach dem Schlusspfiff, bis sich die ersten Spieler mit hängenden Köpfen aus der Kabine schleppten. Die meisten – besonders Unglücksrabe Dayot Upamecano – suchten schnell und kommentarlos den Weg Richtung Bus.
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Vor die Mikrofone in der Mixed Zone des Etihad Stadiums traten nur die üblichen Verdächtigen: Thomas Müller, Joshua Kimmich und Leon Goretzka. Und die waren ziemlich einer Meinung: Man habe über weite Strecken eine gute Leistung gegen City gezeigt, könne sich ob der verhängnisvollen letzten 20 Minuten aber auch nichts mehr davon kaufen.
Kapitän Müller: „Die Ausgangslage ist absolut katastrophal!“
„Die Ausgangslage“, betonte Kapitän Müller, „ist absolut katastrophal!“ Er und seine Kollegen machten keinen Hehl daraus, dass wenig Hoffnung auf einen Einzug ins Halbfinale bestehe. „Wir spielen zu Hause vor unseren Fans, aber es wird natürlich schwierig, das jetzt noch aufzuholen“, meinte Goretzka.
Dass der Glaube an ein Wunder nicht besonders groß ist, wurde auch wenig später an Oliver Kahns Rede im unweit gelegenen Kimpton Clocktower Hotel deutlich. Dort, wo das Bankett des Rekordmeisters stattfand, lenkte der Vorstandschef den Fokus auf das nächste Bundesliga-Spiel gegen die TSG Hoffenheim am Samstag.
„Es bringt jetzt nichts, groß zu lamentieren und alles negativ zu sehen“, betonte Kahn in Anwesenheit des düster dreinblickenden Sportvorstands Hasan Salihamidzic, der Spieler und des Trainerteams: „Wir haben die große Möglichkeit, Deutscher Meister zu werden. Es ist alles sehr, sehr eng. Das heißt, wir können es uns jetzt nicht erlauben, hier groß in Gedanken zu versinken. Wir müssen sofort am Samstag nachlegen.“
Der FC Bayern muss in Manchester eine klare wie bittere Niederlage hinnehmen. Klub-Boss Oliver Kahn spricht nach der Partie zur Mannschaft.
Zum Rückspiel gegen City am kommenden Mittwoch in der Allianz Arena äußerte sich Kahn zurückhaltend. „Es sieht nicht so gut aus“, gab er zu.
„Nur: Ich habe im Fußball schon Unglaubliches erlebt.“
Die Bayern-Bosse erwarten eine Reaktion von der Mannschaft
Dann appellierte er an die Mannschaft: „Wir haben die Pflicht, in diesem Rückspiel nochmal alles, was möglich ist, reinzuwerfen. Alles zu versuchen und unseren Fans zu zeigen, dass wir jetzt eben nicht zu enttäuscht sind und aufgeben, sondern nochmal versuchen, alles im Rückspiel reinzuwerfen.“
Mehr hatte der Bayern-Boss nach diesem frustrierenden Abend nicht zu sagen. Die Spieler verließen wenig später, kurz nach Mitternacht, geschlossen das Bankett. Bedrückt. Niedergeschlagen. Verärgert.
Der einzige, der sich zumindest noch mit anderen Gästen austauschte und für ein paar Fan-Fotos zur Verfügung stand, war Müller.