Gibt es beim FC Chelsea nun eine Revolution?

Mit Gilbert Enoka haben die Blues kürzlich einen legendären Mentaltrainer verpflichtet, der in den kommenden Wochen als Berater arbeiten und eine Gewinnermentalität einpflanzen soll. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League)

Bisher hatte der Neuseeländer dabei gar nichts mit Fußball zu tun. Stattdessen führte er die Rugby-Nationalmannschaft aus Neuseeland von 2000 bis 2015 in eine Erfolgsära.

Mit Enoka als Mental-Guru wurden die All Blacks 2011 und 2015 Weltmeister und führten die Weltrangliste lange Zeit an.

Dabei hatte er die Stars der Mannschaft in vielen Sitzungen buchstäblich zu anderen Menschen gemacht. Enoka hatte immer wieder die großen Schränke aufgefordert, ihre Emotionen zu teilen und durchaus auch Tränen nicht zu verbergen.

Die Spieler lernten, über das Leben, die Liebe und Probleme zu sprechen und ihre Schwächen zu zeigen. Dadurch wurden sie noch stärker. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Enoka schloss Egoisten stets aus

„Die Menschen sollen ermutigt werden, offen über die täglichen Kämpfe zu sprechen, darüber, was es bedeutet, ein All Black zu sein. Und offen darüber zu sprechen, welche Auswirkungen das auf die Angehörigen hat. Wenn wir die Menschen dazu bringen können, diese Kultur des Schweigens zu überwinden, dann werden wir ein Umfeld schaffen, in dem sich die Menschen unterstützt fühlen und freier sind, sie selbst zu sein“, fasste Enoka zusammen.

Bereits zuvor hatte der Mann mit dem lichten Haar und der Basecap auf dem Kopf bereits seine Fußspuren bei verschiedenen Teams im Cricket, Netzball und Volleyball hinterlassen.

Dabei achtete er immer auf die Teamspieler und schloss die Egoisten aus den Mannschaften aus.

„Ein Arschloch macht alles für sich selbst“, sagte er 2017. „Das sind Leute, die sich selbst über das Team stellen, Leute, die denken, dass ihnen etwas zusteht, die erwarten, dass die Regeln für sie anders sind, Leute, die hinterlistig sind.“

“Wenn du die Leute nicht ändern kannst, tausche sie aus“

„Oft nehmen Teams diese Spieler in Kauf, weil ein Spieler so viel Talent hat. Wir achten auf frühe Warnzeichen und entwöhnen die großen Egos ziemlich schnell. Unser Motto ist: ‚Wenn du die Leute nicht ändern kannst, dann tausche sie aus‘“.

Dabei hat Enoka in seiner Karriere auch erkannt, dass viele Profis misstrauisch gegenüber einem Mentaltrainer sind. (DATEN: Die Tabelle der Premier League)

Enoka gibt sogar zu: „Ich habe die Sportpsychologie, mit der ich mich beschäftige, immer als das hässliche Entlein aller Sportwissenschaften bezeichnet.“.

Und weiter: „Biomechanik, Sportphysiologie, damit kennen sich die Leute aus. Aber sobald man über den Nacken hinausgeht, denken sie: ‚Ein Psychiater! Wenn ich das brauche, dann stimmt etwas nicht mit mir.‘ Vor allem die ältere Generation denkt so – für sie ist das wie Hexenwerk. „

Nun muss Enoka das Vertrauen der Stars beim FC Chelsea gewinnen.

Dass er sich auf ungewohntem Terrain aber auch durchsetzen kann, bewies die Mentaltrainer-Legende zuletzt.

In den vergangenen sieben Jahren schulte er dann Mitarbeiter des Unternehmens Harcourts International bevor er dort in diesem Jahr zum General Manager ernannt wurde.