Die geplante Rückkehr des mutmaßlichen Vergewaltigers David Goodwillie zum schottischen Zweitligisten Clyde FC hat bei seinem neuen alten Klub für heftige Proteste gesorgt – und für eine schnelle Wende.
Nachdem ein Wechsel zu den Raith Rovers Anfang Februar spektakulär geplatzt war, vermeldete Clyde am Dienstag, dass man Goodwillie auf Leihbasis bis zum Ende der Saison 2022 zurückgeholt habe.
Als Reaktion darauf verließ das komplette Frauen-Team von Clyde den Klub aus Protest.
Hintergrund ist ein Zivilverfahren aus dem Jahr 2017, in dem Goodwillie von einer Frau wegen Vergewaltigung angezeigt wurde. Zu einem Strafverfahren kam es allerdings nie, lediglich zu Schadensersatz in Höhe von 100.000 Pfund.
Am 3. März vermeldete Clyde nun offenbar auch aufgrund der Negativschlagzeilen, dass sie daran arbeiten, den Leihvertrag mit den Raith Rovers für Goodwillie auflösen.
Proteste bei Raith Rovers und Clyde FC
Bei den Rovers hatten Ende Januar die Fans gegen den Transfer protestiert, zudem trat die Spielführerin der Damenmannschaft zurück. Auch ein Sponsor, eine Krimiautorin, kündigte ihren Rückzug an.
Die Spielerinnen von Clyde schafften nach Goodwillies geplanter Rückkehr nun Fakten: „Als Gruppe von Fußballerinnen wollen wir nichts anders als diesen Sport ausüben, den wir lieben. Aber unter diesen Umständen können wir das nicht.“
Durch das Vorhaben, Goodwillie nun doch nicht unter Vertrag zu nehmen, muss Clyde jetzt wohl auch nicht mehr befürchten, sein Stadion zu verlieren. Denn der North Lanarkshire Council, dem die Arena gehört, hatte bereits damit gedroht, den Mietvertrag vorzeitig zu kündigen und den Klub rauszuwerfen.