In der Bundesliga-Jahrestabelle ist RB Leipzig mittlerweile auf Platz sechs abgerutscht, hinter Mainz. Schon die letzte Rückrunde war nicht mehr herausragend, in acht von 17 Spielen gelang kein Sieg. Die Unruhe wurde, Richtung Saisonende, im Klub immer mehr spürbar.
Dass trotz großer Möglichkeiten, sportlich, personell und erst recht wirtschaftlich, der Bundesliga-Titelkampf kein Selbstläufer ist, zeichnete sich im Frühjahr ab.
Jetzt, einen Trainer- und Sportchef-Wechsel später, nach einer Transferphase, in der neben den zwei wichtigsten Abwehrspielern Ibrahima Konaté (Liverpool) und Dayot Upamecano (Bayern) auch noch Mannschaftskapitän Marcel Sabitzer (ebenfalls Bayern) den Kader verließen, ist es augenscheinlich: RB hat ein Problem.
RB Leipzig hat eine Krise, die die ganze Saison kosten kann.
Nur drei von zwölf möglichen Bundesliga-Punkten ist das schwächste Zwischenzeugnis seit Jahren. In den letzten beiden Saisons war das Team nach vier Spielen Erster.
Es wird hochspannend, wie der Klub mit der ungewohnten Misere in nächster Zeit umgeht.
Die Erfahrungen aus dem Sommer, nämlich doch eher Durchreise als Endstation für herausragende Fußballer zu sein, hat was gemacht mit ihnen. Es war zu geballt.
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Cheftrainer Julian Nagelsmann, seine Vertrauten, dazu die wichtigsten Spieler, alle nutzen die Chance zum Absprung, als sie sich ihnen bot.
Gar keine Frage: Sie haben immer noch (und schon wieder neue) wahnsinnig talentierte Spieler, doch RB steckt unter dem neuen Trainer Jesse Marsch in einem Prozess zwischen Umbruch und Selbstfindungsphase.
Sie machen sich jede Menge Gedanken, so wirkt es, auf dem Platz, im Spiel.
Kaum etwas wirkt automatisiert, als würden die Mittelfeldspieler erst abwarten, wie sich ihr Stürmer verhält. Sie wissen es nicht, sie trauen sich nicht, es zu ahnen.
Die Champions League als nächster Härtetest
In der Champions League, in die sie am Mittwoch mit dem Auswärtsspiel bei Manchester City starten, werden die momentanen Schwierigkeiten aller Voraussicht nach neue Sorgen mit sich bringen.
Nirgends werden Abstimmungsprobleme, und davon haben die Leipziger aktuell wirklich reichlich, so brutal bestraft wie in der Königsklasse, von den weltbesten Mannschaften.
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Pep Guardiolas City wird nicht nur wahnsinnig gut vorbereitet sein auf die Schwächen des Gegners, sondern auch maximal konzentriert immer wieder die Leipziger Nahtstellen anlaufen.
Es könnte ein harter Champions League-Herbst werden für RB, neben PSG ist noch der FC Brügge Gegner in Gruppe A.
Die Belgier, national schon wieder Tabellenführer, sind gut drauf und extrem eingespielt.
Die Chance RB Leipzig zu schlagen ist so groß wie nie
Samstag, drei Tage nach der Hochglanzpartie in Manchester, wartet dann Köln im Bundesliga-Topspiel.
Sie wollen die Leipziger, so haben sie es intern schon besprochen, „niederrennen“, dem gestressten Gegner „keine Luft zum Atmen“ lassen. Die Chancen der Kölner, RB Leipzig zu überfordern, scheinen in diesem September größer denn je.