Heidenheim bricht Mega-Serie!

Im Topspiel der zweiten Liga (LIVE im Free-TV auf SPORT1) verliert der Tabellenführer Darmstadt mit 0:1 (0:0) beim Tabellendritten aus Heidenheim . In der Voith-Arena wäre beinahe Phillip Tietz zum Darmstädter Matchwinner geworden, sein Abseitstor wurde jedoch zurecht aberkannt.

Mit dem goldenen Treffer von Jan-Niklas Beste in der 89. Minute robbt sich Heidenheim wiederum an die Spitzenplätze heran und bleibt im heimischen Stadion in der aktuellen Saison nach wie vor ungeschlagen! Darmstadts Serie von 21 ungeschlagenen Spielen findet ein Ende – der HSV ist auf einen Punkt an den Lilien dran.

Dabei zeigte sich Heidenheim-Trainer Frank Schmidt am SPORT1-Mikrofon nahezu ekstatisch: „Der Blutdruck ist wieder normal. Im Spiel gab es einige enge Situationen, viele Zweikämpfe“, dabei ging ihm zwischendurch die Stimme verloren, „es ist ein emotionales Spiel gewesen“.

Auch der Matchwinner Jan-Niklas Beste zeigte sich hocherfreut: „Ich glaube wir sind heute alle Matchwinner. Wie soll ich sagen, es war ein geiles Spiel, das war Werbung für den deutschen Fußball“

Sport1-Kolumnist Markus Höhner hatte bereits vor der Partie den richtigen Riecher: „Ich fühlte Heidenheim zum Anfassen und die fußballerische Wucht, die man in diesem kleinen Stadion hoch oben auf dem Berg erleben kann.“ Besser konnte man den Samstagabend nicht zusammenfassen!

Thorsten Lieberknecht setzte auf die gleiche Startelf, wie beim 1:1-Remis gegen den Tabellenzweiten HSV in der vergangenen Woche. Nach dem Spiel musste er jedoch konstatieren: „Wenn man nach 21 Spielen das erste Mal verliert, weiß man, dass man davor viel richtig gemacht hat. Aber es ist ein extrem ungünstiger Zeitpunkt.“

Doch auch er steckt den Kopf nicht in den Sand: „Wir haben jetzt ein Spiel verloren – und damit ist‘s gut.“

Auf der anderen Seite machte Heidenheim-Coach Frank Schmidt seiner Mannschaft schon vor dem Anpfiff den Stellenwert des Spiels klar, wie er am SPORT1-Mikrofon bestätigte: „Meine Aufgabe als Trainer ist es, dass die Jungs brennen, wenn der Schiedsrichter anpfeift.“

Diese feurige Ansprache erreichte jedoch offenbar nur den Keeper. Kevin Müller musste bereits in der zweiten Minute einen Fernschuss von Darmstadt-Angreifer Phillip Tietz parieren, konnte sich jedoch mit einer Flugeinlage auszeichnen.

In der 31. Minute war es erneut Tietz, der für Darmstädter Furore sorgte: Nach einer Flanke von Fabian Holland köpfte der Angreifer über Heidenheim-Rückhalt Kevin Müller hinweg ins lange Eck.

Abseits-Wirbel um Darmstadts Führung

Versetzte der Treffer einen Dämpfer? Mitnichten. Denn schnell wurde klar: Tietz stand im Abseits, der Treffer konnte nicht zählen und die Partie konnte beim Stand von 0:0 fortgesetzt werden.

Müller hatte bei SPORT1 noch vor dem Spiel über die Heidenheimer Aufstiegsambitionen gesagt: „Die Chance ist so groß wie vielleicht noch nie. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, darüber denkt man nicht nach.“

Ein Selbstläufer wird der Aufstieg dennoch nicht: Die Heidenheimer benötigten satte 52 Minuten, um gefährlich vor das Tor zu kommen. Dann aber richtig!

Nach einer Flanke aus dem linken Halbfeld kam im Zentrum Jan Schöppner zum Kopfball, den er technisch perfekt als Aufsetzer in Richtung Lilien-Tor schickte. Marcel Schuhen reagierte aber glänzend und pariert ebenso sehenswert, wie Müller auf der anderen Seite.

Unterhaltsam wurde die Partie in der zweiten Hälfte allemal, auch weil beide Mannschaften dem Rat von heidenheim-Coach Schmidt folgten: „Am Ende machen wir es für die Fans, Emotionen sind das Wichtigste im Fußball.“

Und diese Emotionen waren in der 89. Minute kaum zu überhören! Mit dem Führungstreffer zum 1:0 läutete Jan-Niklas Beste die heiße Schlussphase ein. Doch die Vorabreit ging auf das Konto von Tim Kleindienst, dessen Trainer und Keeper ihn unentwegt lobten. So meinte Kevin Müller zu SPORT1: „Tim st nicht wie ein Bruder für mich, er ist mein Bruder!“

Einen kleinen Wermutstropfen musste die Elf von Frank Schmidt dennoch einstecken: Dženis Burnić auf wurde spät noch vom Platz gestellt wurde.

Heidenheim bleibt somit in ihrem zehnten Spiel zu Null und weilt an der defensiven Ligaspitze. Am kommenden Wochenende muss Darmstadt nach Bielefeld, die Heidenheimer werden in Düsseldorf erwartet.