Hallo Zweitliga-Freunde,
Ewald Lienen hat eine gewisse Gelassenheit bekommen zu den Dingen in dieser verrückten Fußball-Welt. Der Grund? Wahrscheinlich das Alter.
Manchmal wird dann selbst ein Ewald Lienen ruhiger, was ja niemand glaubte. Dass ein älterer Trainer, der lange im Geschäft ist, eine Mannschaft formt und diese in die obere Tabellenhälfte bringt – und das nicht als Feuerwehrmann wie ein Huub Stevens – ist echt cool.
Ewald hat auf St. Pauli wieder etwas entwickelt und die Mannschaft wieder auf den richtigen Kurs gebracht. Eins ist klar: Potenzial hat die Truppe auf jeden Fall.
Das sieht alles super aus bei den Jungs, wenn man nur das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gesehen hat.
Es hätte doch niemand in den vergangenen fünf Jahren gedacht, dass am Millerntor ein Spieler vier Tore in einem Spiel macht.
4:0, vier Mal Lennart Thy. Im Alleingang nimmt der Stürmer des FC St. Pauli Fortuna Düsseldorf auseinander. SPORT1.fm-Reporter: Guido Hüsgen
Beim FC St. St. Pauli stimmt die Mischung: Thomas Meggle als Sportdirektor und Ewald Lienen als Trainer – das passt einfach.
Da sind die Aufgabenbereiche klar abgesteckt, um Erfolg zu haben. Hut ab, dass sie so die Kurve gekriegt haben, denn in den Jahren zuvor sah es so aus, als wenn es für St. Pauli in die Dritte Liga geht.
Der Verein hat nun aber ganz klar das Zeug zum Aufstieg, denn so eine Euphorie trägt alle. Die Mannschaft hat eine ordentliche Qualität. Klar, die Spieler haben auch schon gegen den Abstieg gespielt. Aber man sieht, dass mit Disziplin, solider Taktik und etwas Bodenständigkeit in der Zweiten Liga einiges zu erreichen ist.
Ohne große Verletzungssorgen kann es schnell passieren, dass man oben dabei ist.
Ich hatte Ewald in Rostock als Trainer, und so entspannt war er da nicht. Er ist kein verklemmter Typ. Aber dass er jetzt mit Journalisten rumflachst, verwundert schon.
Doch das spricht für ihn, dass er die Dinge nicht mehr zu bierernst nimmt. Jüngere Trainer reagieren oft genervt - Ewald hat erkannt, dass Fußball auch ein Stück weit Show ist, und es passt zum positiven Bild, das St. Pauli gerade abgibt.
Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.