Von Sandra Kraus

Nach dem ersten Spieltag in der Gruppe des Mid Season Invitational sah es sehr gut für die MAD Lions aus. Der LEC-Champion hatte neben den Istanbul Wildcats auch die vermeintlich stärkeren Teams von paiN Gaming und PSG Talon bezwungen und thronte mit 3:0 auf dem ersten Platz.

Katzen schlagen Löwen

Allerdings zeigte sich auch in diesen Partien bereits eine große Schwäche der Löwen – das Midgame. Nach starkem Beginn schien es vermehrt so, als wüssten Humanoid und Co. nicht so recht, wie sie weitermachen wollen. Kleinere und größere Fehler waren die Folge, alle Matches wurden unnötig eng.

Im Falle der Istanbul Wildcats sogar zu eng. Gegen den TCL Winter Sieger lag der Fokus auf den Drachen, die initial auch allesamt beim LEC-Titelträger landeten. Allerdings gelang es MAD nicht, die Objective-Kontrolle auch finanziell herauszustellen. Weil also das Gold und damit die Items auf beiden Seiten so nah beieinander lagen, konnten die Wildcats ab der 22. Minute zurückschlagen. Ausgangspunkt war ein Catch auf Midlaner Humanoid, dem danach ein ungefährdeter Baron und der erste Drake für die türkische Organisation folgten.

Ab diesem Zeitpunkt machte IW genau das, was den Löwen oftmals fehlte und spielte die Runde souverän runter. Damit hatte sogar paiN noch die Chance auf die nächste Runde.

MAD beißt zurück

Schmerzhaft wurde es allerdings für die Brasilianer. Trotz einem soliden Earlygame brachen sie unter der Last der individuellen Klasse von Jungler Elyoya und Midlaner Humanoid ein. Mit etwas mehr als 10.000 Gold Unterschied und deutlich mehr Kills rissen die Löwen die gegnerische Base ein und sicherten sich so den Einzug in den Rumble.

Somit kam es zum alles entscheidenden Match um den Gruppensieg gegen das ebenfalls 4:1 stehende PSG Talon.

In dieser Begegnung fand MAD plötzlich wieder zu der aus der LEC bekannten Frechheit zurück. Das enge Earlygame gab abgesehen von den Drachen keine Tendenz vor, allerdings entschieden sich die Löwen dafür, den Baron zu forcieren und erwischten damit die taiwanesischen Meister auf dem falschen Fuß. Zu spät und ohne Antwortmöglichkeit mussten sie den Nash abgeben und fanden danach keine Lücke mehr, um noch einmal zurückzukommen.

Klinisch und sehr abgebrüht brachten die Lions den Sieg ins Ziel und gehen als Gruppenerster in die Rumble Stage, die am 14. Mai starten wird.