Titel mit Ansage: Top-Favorit Frederik Ruppert (Tübingen) hat sich mit einem unwiderstehlichen Finish zum Europameister über 3000 m Hindernis gekrönt. Der 29-Jährige rannte beim Showdown um die Medaillen in Birmingham nach 8:25,33 Minuten durch das Ziel und sicherte sich seinen ersten großen Titel der Karriere.

Ruppert, der im Ziel die Schnullergeste zeigte, setzte sich im Alexander Stadium gegen den Luxemburger Ruben Querinjean (8:25,61) durch, Bronze ging wie vor zwei Jahren an Karl Bebendorf (8:26,65/Dresden). Das Duo gewann die Medaillen 19 und 20 für das deutsche Team bei diesen Titelkämpfen. Niklas Buchholz wurde Neunter (8:31,08).

Frederik Ruppert bejubelt seinen Sieg
Frederik Ruppert bejubelt seinen SiegMission erfüllt: Frederik Ruppert © AFP/SID/PAUL ELLIS

Bei den Frauen hatte Gesa Felicitas Krause den Titel über diese Distanz gewonnen. Olivia Gürth war zu Bronze gelaufen.

Deutscher EM-Sieger taktisch äußerst clever

Ruppert hatte im Mai mit seinen 7:57,80 Minuten als erster Europäer die Acht-Minuten-Marke geknackt, spätestens da war klar: EM-Gold würde nur über den Sportsoldaten gehen. „Super wichtig, mir fällt ein Riesenstein vom Herzen“, sagte er in der ARD nach dem Rennen.

„Ich wusste, die Bedingungen hier sind am ehesten meine Bedingungen, deshalb war es eine Chance, die ich nutzen musste. Ich bin einfach nur happy, dass es so ausgegangen ist“, erklärte er weiter.

Ruppert lieferte tatsächlich grandios ab. Der Schützling von Isabelle Baumann verhielt sich taktisch äußerst clever und stach im richtigen Moment zu. Und jubelte am Ende als erster deutscher Läufer über EM-Gold seit Damian Kallabis, der 1998 in Budapest den Titel geholt hatte.

Auf der Ziellinie jubelte er mit dem Daumen im Mund, eine besondere Szene. Was es damit auf sich habe? „Viele können es bestimmt deuten, ich werde im Januar Papa und das hat mir extrem viel Kraft und Power gegeben dieses Jahr. Ich habe daran gedacht, dass ich gerne denjenigen auch Stolz machen wollte, und das hat mir extrem geholfen.“