Jonas Vingegaard ist weit davon entfernt, seinen Traum vom dritten Gesamtsieg bei der Tour de France in die Tat umzusetzen – und sein aktuelles Auftreten auf der „Großen Schleife“ stößt auf Unverständnis und Mitleid bei der Podcast-Crew des ehemaligen Tour-Rekordsiegers Lance Armstrong.
In der neuen Folge seiner Show The Move äußerte der 54-Jährige harte Kritik am Gesamtzweiten, der inzwischen über dreieinhalb Minuten Rückstand auf Tadej Pogacar hat. Bradley Wiggins, der britische Tour-Champ von 2012, zeigte sich ebenfalls verwundert.
Vingegaards Körpersprache entfacht Sorgen
„Als ich am Ruhetag die Nachrichten gelesen habe, erschien dieser Artikel, in dem stand, dass er darüber nachgedacht habe, aufzuhören“, berichtete der wegen Dopings in Ungnade gefallene Armstrong: „Ich verstehe es einfach nicht. Entweder du bist voll dabei oder eben nicht. Das ist die härteste Sportart der Welt, da gibt es keinen Mittelweg.“
Wiggins ergänzte, man habe Vingegaard so wie aktuell „noch nie gesehen“. Als der Topstar von Team Visma-Lease a Bike im vergangenen Jahr Zweiter in der Gesamtwertung und nah an Pogacar gewesen sei, hätte er alles dafür gegeben, noch irgendwie einen Rivalen zu überholen. Davon spürt Wiggins nach eigenen Angaben derzeit nichts.
„Seine Körpersprache im Ziel – selbst dort verlor er noch ein paar Sekunden auf die Gruppe, in der er fuhr. Es ist traurig, ihn so zu sehen. Er ist ein großer Champion“, sagte der 46-Jährige.
Auf der 10. Etappe am Dienstag kam Vingegaard als Siebter ins Ziel und verlor weitere 44 Sekunden auf Pogacar. Der Slowene hat nun 3:36 Minuten Vorsprung auf den Dänen in der Gesamtwertung.
„Für die anderen Fahrer wie Blut im Wasser“
Die Leistung des Tour-Siegers von 2022 und 2023 fand Wiggins alarmierend: „Bei Jonas ist es, als hätte jemand die Luft aus einer Hüpfburg abgelassen. Ich kann kaum glauben, wie viel Zeit er auf diesem letzten Abschnitt verloren hat. Diese zwölf Sekunden sind für ihn völlig untypisch.“
Er fügte abschließend hinzu: „Für die anderen Fahrer wird das wie Blut im Wasser sein. Sie werden nun alle Jagd auf Platz zwei machen. Sie sehen jetzt, dass es möglich ist.“
Hinter Vingegaard liegt Remco Evenepoel mit 30 Sekunden Rückstand auf Platz 3, es folgen der Spanier Juan Ayuso Pesquera, Frankreichs Supertalent Paul Seixas und Florian Lipowitz.