Wann unterschreibt Jürgen Klopp seinen Vertrag beim DFB als neuer Bundestrainer? Fußball-Deutschland wartet auf die endgültige Zusage des Trainers. Doch im FIROCKX.ONE WM Doppelpass wird die Personalie nicht nur positiv gesehen.

Die Stargäste Felix Magath und Steffen Freund setzten sich am Sonntagmittag kritisch mit der Art und Weise auseinander, wie der deutsche Verband den Poker mit dem Wunschkandidaten führt.

Jürgen Klopp soll neuer Bundestrainer werden
Jürgen Klopp soll neuer Bundestrainer werdenJürgen Klopp soll neuer Bundestrainer werden© IMAGO/Uwe Kraft

Klopp? „Was, wenn er ,Nein‘ sagt?“

„Wie kann ich als DFB mich aber in eine so ausweglose Situation begeben?“, monierte der dreimalige deutsche Meistertrainer Magath in Richtung der Verbandsspitze um Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke: „Klopp macht jetzt, was er will. Das kann man nicht anders sagen.“

Worauf Magath anspielt: Bereits in der Mitteilung über den Rücktritt von Julian Nagelsmann (den Magath im Dopa harsch kritisierte) hatte der DFB sich auf Jürgen Klopp festgelegt und alles auf ihn zulaufen lassen. Für Magath hat sich der DFB damit in eine schlechte Verhandlungsposition begeben – Freund sieht es ähnlich.

Der Europameister von 1996 merkte an: „Jetzt ist er der einzige, den es gibt. Er hat einen Vertrag bei Red Bull und muss dafür sorgen, dass sich einiges beim DFB ändert. Da muss eine Bewegung rein. Wenn das nicht funktioniert, dann traue ich Klopp sogar zu, dass er ,Nein‘ sagt. Habt ihr darüber schon nachgedacht?“

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Experten kritisieren auch Neuendorf scharf

Aus Sicht des SPORT1-Experten Stefan Effenberg steht zudem die Rolle der Top-Funktionäre beim deutschen WM-Aus zu wenig im Fokus: „Die ducken sich jetzt weg, weil ganz Deutschland nur über Klopp spricht. Die anderen werden gar nicht genannt. Das haben sie clever gemacht. Neuendorf steht aber genau so in der Verantwortung. Und da müsste bei der nächsten Wahl auch die Konsequenz kommen.“

Auch Expertenkollege Alfred Draxler sah es ähnlich und legt Neuendorf an der Spitze des Verbands das Ende der Amtszeit nahe. „Neuendorf hat zwei Weltmeisterschaften in den Teich gesetzt. In Katar hat er uns noch blamiert mit der Bindenthematik und dem Bild mit Mund zu. Jetzt ist er wieder gescheitert. In der Bundesliga wäre so einer nicht mehr lange da. Beim DFB spricht keiner darüber. Man muss überlegen, ob da noch die richtigen Leute sitzen.“

Auch der 56 Jahre alte Freund forderte, Neuendorf in den Blick zu nehmen – und auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler: „Ich habe so einen Respekt wie Völler. Er hat aber Nagelsmann gestützt und ist in zuletzt in drei Turnieren gescheitert. Mit Nagelsmann waren es die EM und die WM. Vorher war Flick. Dafür ist der Sportliche Leiter genauso verantwortlich wie der Präsident. Neuendorf muss auch erkennen, inwieweit er etwas falsch gemacht hat. Das ist mir zu soft bisher.“

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„DFB schmeißt Erfahrung weg“

Freund und Magath attestierten dem DFB diverse strukturelle Probleme – aus Magaths Sicht wird im deutschen Fußball generell zu wenig auf die Expertise erfahrener Experten gesetzt.

„Ich kann nur den Kopf schütteln, wie der DFB Erfahrung wegschmeißt“, beklagte der 72-Jährige – der sich im Lauf der Show mehrfach in Rage redete: „In vier Wochenendlehrgängen wird einer zum Analysten ausgebildet und ist dann Fußball-Analyst. Da schmeiße ich mich weg.“

Daran anknüpfend erzählte Magath auch noch eine Anekdote aus seiner letzten Trainerstation bei Hertha BSC im Jahr 2022, die ihn verärgert zurückließ: „In Berlin wollte mir ein 24 Jahre alter Analyse-Assistent erzählen, wie ich am Wochenende gegen Leverkusen spielen muss. Das ist ja abartig.“