Dass Franziska Preuß ihre Karriere unmittelbar nach den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina beenden wollte, kam für viele Biathlon-Fans überraschend. Schließlich kam die Ankündigung, während die Spiele noch im vollen Gange waren. Nun hat die deutsche Biathlon-Ikone spannende Details zu ihrer Entscheidung bekanntgegeben.
„Der Gedanke an ein Karriereende nach Olympia war schon immer da“, erklärte Preuß im Interview mit Chiemgau 24: „Beim Weltcup in Ruhpolding habe ich dann gewusst, dass es vorbei ist. Die innere Passion, die ich 14 Jahre hatte, war auf einen Schlag weg. Es hat mich damals sehr beschäftigt, dass sich das so schnell so gravierend verändert hatte. Aber die Entscheidung stand.“
Viel Wert legte sie darauf, bei der Verkündung ihres Karriereendes keinen großen Wirbel zu machen. So wollte Preuß das „Karriereende so unspektakulär wie möglich gestalten. Ich bin nicht der Typ für den großen Abschied, über den dann wochenlang geredet wird und der medial alles überlagert.“ Der Fokus sollte dabei „nur auf Olympia liegen“.
Preuß hat „endlich wieder Energie“
Langeweile kam bei der Sportlerin, die sich 2025 den Gesamtweltcup-Sieg sicherte, bislang noch nicht auf.
Demnach sei die Zeit „unheimlich schnell vergangen. Nach Olympia musste ich viele organisatorische Dinge erledigen, habe zwei Praktika gemacht und viel mit Freunden und Familie unternommen.“
Preuß blickt auf eine turbulente Karriere zurück, samt großen Erfolgen, aber auch empfindlichen Rückschlägen inklusive gesundheitlicher Probleme. So ist die 30-Jährige froh, „endlich wieder Energie zu haben.“
Schließlich schleppe man sich als Sportler manchmal von Training zu Training und sei gefühlt immer müde.
Biathlon ist Geschichte – das peilt Preuß jetzt an
Das sei nun anders, was ihr guttut: „Körperlich und phasenweise auch mental. Ich kann jetzt einfach normale Dinge machen, wie beispielsweise am Haus arbeiten, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich mich eigentlich vom Training regenerieren müsste.“
Nun möchte Preuß ein Studium im Bereich Architektur in Rosenheim beginnen und sich „in einer anderen Welt neu orientieren und weiterentwickeln“.