Der ukrainische Erstligist Shakhtar Donezk geht gegen eine folgenschwere Entscheidung der FIFA vor.

Der Fußball-Weltverband hatte nach dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges verfügt, dass ausländische Spieler, die in der Ukraine spielen, ihren Vertrag dort für ein Jahr aussetzen können. So sollte sichergestellt werden, dass die Fußballer das Kriegsgebiet verlassen, gleichzeitig aber weiter Geld verdienen können.

Wie The Athletic nun berichtet, sieht sich Donezk von der FIFA mit dieser Entscheidung um mögliche Einnahmen in Höhe von rund 50 Millionen Euro gebracht. Der 13-malige ukrainische Meister ziehe daher vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS, um Schadenersatzansprüche zu stellen.

Donezk hatte 14 ausländische Spieler, als der Krieg ausbrach. Der Klub entschied, diese zu verkaufen, um wichtige Gelder einzunehmen, mit denen unter anderem auch die humanitäre Hilfe in der Ukraine unterstützt werden sollten.

„Wir sind keine Fußballfamilie“

Zudem ging es darum, ausstehende Ablösezahlungen an andere Vereine begleichen zu können. Die FIFA-Entscheidung vom 21. Juni machte die Absichten von Shakhtar aber unmöglich. Denn nur neun Tage später konnten die betroffenen Spieler den Verein ablösefrei verlassen, in einem außerordentlichen Transferfenster.

Von dem interessierte Vereine sowie Spieleragenten natürlich wussten. Sie mussten nur bis zum 30. Juni warten, um diverse Spieler aus der Ukraine ablösefrei zu holen. „Wegen der Entscheidung der FIFA hat der FC Shakhtar die Chance verloren, mit den Transfers von vier ausländischen Spielern eine Gesamtsumme von rund 50 Millionen Euro einzunehmen“, schrieb Vorstandschef Sergei Palkin in einem Brief an FIFA-Präsident Giani Infantino, der The Athletic vorliegt.

Darin kündigte er auch den nun getätigten Gang vor den CAS an. Wegen dem Krieg sind die Ausnahmen des Donezk-Klubs erheblich gesunken.

„Jeder glaubt, dass wir eine Fußballfamilie sind. Diese Entscheidung hat diesen Slogan einfach durchgestrichen. Wir sind keine Fußballfamilie, denn niemand kümmert sich um die ukrainischen Vereine. Das ist sehr schade. Die FIFA kümmert sich nicht um uns“, sagte Palkin zu The Athletic.