Es ist eine Geschichte wie aus einem Hollywood-Film. Eine Spur führte die Ermittler eines mutmaßlichen Korruptionsskandals quer durch Europa und endete nun wohl mit einer Festnahme im türkischen Istanbul.

Im Mittelpunkt steht der ehemalige Skirennläufer und langjährige Chef des kroatischen Skiverbandes (HSS), Vedran Pavlek. Laut den Ermittlungen der kroatischen Antikorruptionsbehörde USKOK soll er den Verband über einen Zeitraum von zwölf Jahren um mindestens 30 Millionen Euro betrogen haben.

Die Details der Vorwürfe? Pavlek soll als Leiter einer international operierenden Gruppe Verträge mit Scheinfirmen abgeschlossen haben, wobei die festgelegten Leistungen nie erbracht wurden. Dabei soll sich die Spur des Netzwerks durch halb Europa und Länder wie Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Monaco, Ungarn und die Slowakei erstrecken.

Die veruntreuten Gelder sollen laut USKOK unter anderem für Luxusgüter und Schönheitsoperationen verwendet worden sein. Wie das Portal Sportklub – N1 berichtet, landete rund ein Drittel der Summe auf ausländischen Konten von Pavlek.

Gericht ordnet Untersuchungshaft gegen Ex-Ski-Boss an

Während in der kroatischen Hauptstadt Zagreb vor Gericht über eine Untersuchungshaft verhandelt wurde, setzte sich Pavlek laut kroatischen Medien ins Ausland ab. Der Fluchtversuch endete nach einer Festnahme in der Türkei, wobei die Ermittler ein Mobiltelefon und weitere persönliche Gegenstände sicherstellten.

Kroatische Behörden sollen anschließend einen internationalen Haftbefehl beantragt haben und eine rasche Auslieferung anstreben. Das zuständige Gericht ordnete derweil eine einmonatige Untersuchungshaft für Pavlek und vier weitere der insgesamt sechs Beschuldigten an.

Befürchtet werden Fluchtgefahr, mögliche Zeugenbeeinflussung und die Gefahr der Wiederholung von Straftaten.

Pavlek nahm in seiner Karriere zwischen 1992 und 1998 dreimal an Olympischen Spielen teil. Sein Amt als Verbandschef legte er Mitte März 2025 nieder. Nur wenig später geriet der Skandal an die Öffentlichkeit.