Es war der Transfer-Hammer in diesem Sommer!

Der FC Bayern Basketball konnte sich die Dienste von Isaac Bonga sichern. Der Deutsche spielte in den vergangenen vier Jahren in der NBA für die LA Lakers, Washington Wizards und den Toronto Raptors und ist nun eine von vielen hochkarätigen Verstärkungen in Bayerns Transfer-Offensive. (BERICHT: So will Bayern ALBA angreifen)

Auch bei der Heim-EM sollte Bonga mit der deutschen Nationalmannschaft eigentlich angreifen. Das Turnier verpasst der 22-Jährige allerdings wegen einer Sprunggelenks-OP. (SERVICE: Das sind die größten Stars der Basketball-EM)

SPORT1 traf den Nationalspieler vor dem EM-Start und sprach mit ihm über Deutschlands Chancen beim Turnier, seine NBA-Zeit und Angst vor seinem neuen Bayern-Coach Andrea Trinchieri.

Bonga: „Ziel ist immer eine Medaille“

SPORT1: Herr Bonga, wie geht es Ihnen gesundheitlich nach Ihrer Sprunggelenks-OP?

Bonga: Es wird besser. Ich trage noch eine Bandage, aber bin froh, dass ich wieder normal laufen kann.

SPORT1: Leider verpassen Sie die EM – was trauen Sie Ihrem Team beim Heim-Turnier zu?

Bonga: Unser Ziel ist immer eine Medaille. Die Jungs sind wirklich heiß drauf, das hat man bei den letzten Spielen schon gesehen. Natürlich wird das schwierig mit dem Verletzungspech, das sie hatten. Trotzdem bin ich positiv gestimmt, dass die Jungs sehr weit kommen können.

Bonga: „Theis ist sehr wichtig für uns“

SPORT1: Die Center-Position ist bei Deutschland ein wenig dünn besetzt. Wie wichtig ist es, dass mit Daniel Theis ein NBA-Spieler dabei ist?

Bonga: Sehr wichtig! Er ist eine der Stützen und schon lange dabei. Dadurch, dass er jetzt zum Team gestoßen ist, gibt es einen neuen Schwung. Ohne oder mit Daniel ist schon ein riesiger Unterschied.

Wenige Tage vor den EuroBaskets im eigenen Land analysieren die NBA-erfahrenen Spieler Isaac Bonga und Franz Wagner den Kader und die Aussichten auf eine Medaille. Das Team um den neuen Bundestrainer Gordon Herbert musste in den letzten Wochen schmerzliche Ausfälle hinnehmen.

Wenige Tage vor den EuroBaskets im eigenen Land analysieren die NBA-erfahrenen Spieler Isaac Bonga und Franz Wagner den Kader und die Aussichten auf eine Medaille. Das Team um den neuen Bundestrainer Gordon Herbert musste in den letzten Wochen schmerzliche Ausfälle hinnehmen.

SPORT1: Was hat sich in der Nationalmannschaft unter dem neuen Bundestrainer Gordon Herbert geändert?

Bonga: Von der Spielphilosophie her ist sein Ansatz ein bisschen defensiver ausgerichtet. Ich kenne Gordi auch noch aus Frankfurt. Dieses defensive Mindset, das auch mich auszeichnet. Das habe ich von ihm in Frankfurt bekommen. Natürlich auch die Aggressivität. Da hilft er als Trainer schon sehr weiter.

Darum verließ Bonga die NBA für Bayern

SPORT1: Von Frankfurt ging es für Sie in die NBA, jetzt sind Sie wieder in der BBL und bei Bayern: Wie sind Sie zu der Entscheidung gekommen, nach Deutschland zurückzukehren?

Isaac Bonga: Ich habe in den letzten Jahren ein bisschen in mich hineingehorcht. Willst du noch hierbleiben oder zurück nach Europa gehen, um etwas Neues oder gewissermaßen etwas Altes auszuprobieren? Daraufhin habe ich zu meinem Agenten gesagt: Ich will zurück nach Europa. Dann haben wir zusammen ein Team gesucht und jetzt bin ich in München.

SPORT1: Mit welchen Qualitäten können Sie Bayern weiterhelfen?

Bonga: Meine Flexibilität, sowohl defensiv als auch offensiv. Mit dem Coach (Andrea Trinchieri, Anm. d. Red.) weiß ich, dass ich besser werden kann. Er ist ein richtig guter Trainer!

Keine Angst vor Bayern-Coach Trinchieri

SPORT1: Trinchieri gilt als sehr streng. Hat man ein bisschen Angst vor so einem Coach?

Bonga: (lacht) Nein, Angst braucht man heutzutage nicht mehr zu haben, auch wenn das die meisten Leute denken. Im Endeffekt will er nur, dass wir alle gewinnen.

SPORT1: In der letzten Saison reichte es hinter ALBA nur zur Vize-Meisterschaft. Was lässt Sie hoffen, dass Sie diese Saison einen Platz besser abschneiden können?

Bonga: Vielleicht die Vielseitigkeit, die wir mit unseren Leuten nun haben – mit Spielern wie Vladimir Lucic oder mir, mit denen man sehr viel switchen kann. Auch für die gegnerische Defensive wird es schwer werden, uns zu verteidigen.

Isaac Bonga wurde von LA Lakers in die NBA geholt
Isaac Bonga wurde von LA Lakers in die NBA geholtIsaac Bonga wurde von LA Lakers in die NBA geholt

SPORT1: Wie lautet Ihr Fazit nach vier Jahren in der NBA? Würden Sie am Ende eher ein Plus oder Minus vergeben?

Bonga: Ich würde auf jeden Fall Plus sagen. Vier Jahre sind schon wieder rum. Das ging für mich alles sehr schnell. 2018 bin ich mit 18 Jahren hingegangen und jetzt haben wir 2022. Ich habe sehr viele Sachen über mich selbst gelernt – auf dem Court, aber auch außerhalb des Courts als Mensch. Ich kann eigentlich nur positive Dinge mitnehmen.

SPORT1: Gibt es etwas, was Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Bonga: Die ganzen Menschen, die ich getroffen habe. Von meinen Teamkollegen über die Physiotherapeuten, die Trainer und Personen abseits des Basketballs. Die ganzen Beziehungen, die man knüpft. Das ist das, worüber ich mich am meisten freue.