Andi Obst hatte in dieser Spielzeit bereits viele unglaubliche Auftritte – doch dieses Mal übertraf er sich sogar noch selbst. Mit stolzen 33 Punkten führte er seinen FC Bayern in einem unglaublichen Spektakel zum 102:94-Sieg gegen ein starkes ALBA Berlin in Spiel 1 der Final-Serie.

Speziell in Halbzeit eins hieß es lange Andi Obst gegen ALBA Berlin. Als sein Team erneut den Start verschlief, war der amtierende MVP zur Stelle. Als die Berliner mit ihrem Tempobasketball davonzogen, war Obst zur Stelle. Unglaubliche 24 Punkte erzielte er bis zur Pause.

Andreas Obst lieferte ein überragendes Spiel
Andreas Obst lieferte ein überragendes SpielAndreas Obst lieferte ein überragendes Spiel© IMAGO/Eibner

Diese Performance ließ sogar seine Teamkollegen staunen, wie Justus Hollatz auf SPORT1-Nachfrage verdeutlichte: „Ich habe in der Halbzeit hochgeschaut auf das Scoreboard und habe gesehen, dass er schon 24 Punkte hat. Da war ich echt sprachlos. Wenn Andi so eine Final-Serie liefert, dann wird es sehr schwer für ALBA.“

BBL: ALBA-Trainer nach Obst-Show ratlos

Das weiß auch ALBA-Trainer Pedro Calles, der nach dem Spiel anerkannte: „Wenn er so einen Abend wie heute hat, können wir nicht viel machen. Dann ist er nicht zu verteidigen.“

Anschließend erklärte er SPORT1, was es so schwer mache, Obst zu stoppen: „Es ist einfach die Art und Weise, wie er scoren kann. Er kann eigentlich immer einen gefährlichen Wurf kreieren.“

Vom Gegner nicht zu stoppen: Andreas Obst
Vom Gegner nicht zu stoppen: Andreas ObstVom Gegner nicht zu stoppen: Andreas Obst© IMAGO/Sven Simon

So langsam gehen bei dieser Fabel-Saison von Obst allen Beobachtern die Superlative aus. Seine Mitspieler lehnen sich ab und an einfach nur noch zurück.

„Ich habe einfach genossen, wie er gespielt hat. Speziell als er im zweiten Viertel seinen Lauf hatte, war das beeindruckend und hat Spaß gemacht. Wenn er so ins Rollen kommt, ist es ein Genuss zuzuschauen“, sagte Justinian Jessup gegenüber SPORT1.

Hainer und Hoeneß feiern Obst

Ein großer Genuss war die Obst-Show auch für die Bayern-Bosse Herbert Hainer und Uli Hoeneß. Bei jedem Dreier ihres Top-Stars gingen beide richtig aus dem Sattel und jubelten ausgelassen.

Nach einem Dreier drehte sich Hainer sogar zu Hoeneß um, dieser nickte ihm anerkennend zu. Fast als wenn er sagen wollte: Respekt, dass du so jemanden halten konntest.

Herbert Hainer und Uli Hoeneß zeigten sich begeistert von Obst
Herbert Hainer und Uli Hoeneß zeigten sich begeistert von ObstHerbert Hainer und Uli Hoeneß zeigten sich begeistert von Obst ​© IMAGO/kolbert-press

Für Bayern ist Obst ein echter Glücksfall. Ohne den Top-Spieler wäre Spiel eins gegen starke Berliner wohl verloren gegangen – aber Bayern hat eben seinen Obst, der seine Gala-Form trotz einer zuletzt extrem hartnäckigen Virus-Infektion gehalten zu haben scheint.

Obst überrascht mit Geständnis: „Fit fühle ich mich nicht“

Wie sehr es den Scharfschützen erwischt hatte, verdeutlichte Trainer-Ikone Pesic nach Spiel zwei der Halbfinalserie gegen Bonn: „Ein Virus hat ihn kaputt gemacht.“ Satte 13 Tage hatte er nicht mehr gespielt.

Gegen Berlin wirkte er ausgeruht. Doch dem ist bei weitem nicht so. Als SPORT1 Obst nach dem Spiel fragte, ob ihm die Pause gutgetan habe, gestand er mit leicht belegter Stimme: „Wirklich fit fühle ich mich ehrlich gesagt noch nicht. Ich versuche aber trotzdem ready zu sein. Jetzt versuche ich noch bis zum Ende durchzupushen.“

Selbst angeschlagen ist Obst vom zweitbesten deutschen Team also einfach nicht zu stoppen. In dieser Form scheint der Welt- und Europameister in der BBL und in Deutschland aktuell übermächtig.

ALBA wird in Spiel zwei am Sonntag (ab 15:30 Uhr im LIVETICKER) es trotzdem wieder versuchen.