Herausforderer Alba Berlin hat das zweite Finalspiel der Basketball Bundesliga (BBL) gewonnen und dem Favoriten Bayern München überraschend den Heimvorteil abgenommen.

Das Team aus der Hauptstadt drehte einen Pausenrückstand und gewann beim Meister der vergangenen zwei Spielzeiten mit 86:79 (40:45). Alba kann nun seinerseits mit Siegen in den Finalspielen drei (Mittwoch) und vier (Freitag) in eigener Halle seinen zwölften Meistertitel perfekt machen.

„Es war ein verdienter Sieg! Warum haben wir verloren? Wir haben alles, was wir in der ersten Halbzeit gut gemacht haben, im dritten Viertel vermissen lassen. Wir haben aufgehört zu spielen!“, erklärte Bayerns Trainer Svetislav Pesic.

Pesic hadert mit Bayerns Defensive

In Spiel eins am Freitag hatten sich die Münchner 102:94 durchgesetzt, gänzlich zufrieden war Pesic schon dabei nicht gewesen. Die Umstellung auf das Spiel gegen den Ball war auch am Sonntag nach der Pause das Problem, Alba um seinen besten Werfer Michael Rataj (16 Punkte) nutzte das aus und darf auf der Zielgerade einer wettbewerbsübergreifend schwierigen Saison von der Krönung träumen.

Gerade im dritten Viertel traf Alba sechs Dreier, viele davon mit einfachen Würfen – insgesamt waren es elf Dreier.

Münchens Andreas Obst, der im Spiel eins mit 33 Punkten nicht zu stoppen war, machte mit 12 Punkten diesmal nicht den Unterschied. Teamkollege Neno Dimitrijevic war mit 17 Punkten immerhin Topscorer. Pesic (76) muss vor dem Abschied von der Trainerbank nun um einen Meilenstein bangen.

Er könnte als erster Trainer in vier verschiedenen Jahrzehnten den deutschen Meistertitel holen: 1997, 1998, 1999 und 2000 triumphierte Pesic mit Berlin, 2014 mit München.

Bayern-Trainer: Typisch Deutsch und unverständlich

SPORT1 fragte bei Pesic nach, was nun optimistisch mache: „Wir haben keine andere Lösung. Wir sind immer optimistisch, egal ob mit oder ohne Argumente. Optimismus oder Motivation sind bei mir unabhängig von den Ergebnissen.“

Durchaus verärgert zeigte sich der Bayern-Coach beim Blick auf einen anderen Aspekt: „Was heute wieder passieren wird, ist typisch Deutsch und verstehe ich ehrlichgesagt nicht. Natürlich werden die ALBA-Fans sich heute über den Sieg freuen, das ist auch legitim, aber es gibt auch viele Leute, die sich nicht freuen, dass ALBA gewonnen hat, sondern, dass Bayern verloren hat. Das ist typisch Deutsch.“

Zum insgesamt zehnten Mal stehen sich die Rivalen aus München und Berlin in einer Playoff-Serie gegenüber, zum siebten Mal im Finale – Rekord, kein Duell gab es in der Bundesliga häufiger. Die Bayern hatten die Hauptrunde vor Berlin für sich entschieden und waren auch mühelos bis in die „Best-of-Five“-Finalserie vorgedrungen.


mit Sport-Informations-Dienst