Fauler Harden-Deal? NBA ermittelt
Fauler Harden-Deal? NBA ermittelt
Ging bei der wegweisenden Vereinbarung zwischen James Harden und den Philadelphia 76ers nicht alles mit rechten Dingen zu? Die NBA startet eine Untersuchung.
Ein NBA-Superstar verzichtet wie einst Dirk Nowitzki auf viel Geld, um seinem Team mehr Freiräume bei der Zusammenstellung eines Top-Kaders zu geben.
Der wegweisende Deal von James Harden mit den Philadelphia 76ers brachte dem 32-Jährigen viel Applaus ein – nun aber soll die Liga Ermittlungen rund um die Vereinbarung eingeleitet haben. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)
Der Grund: Es gibt den Verdacht, dass bei der Anbahnung nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
James Hardens Deal mit 76ers macht NBA stutzig
Wie der bekannte NBA-Reporter Adrian Wojnarowski für ESPN berichtet, hat die NBA eine Untersuchung gestartet, ob bei den Free-Agent-Deals mit Harden, P.J. Tucker und Dannel House Regelverstöße begangen wurden.
Harden – mit einem Mega-Trade im Februar von den Brooklyn Nets nach Philly gewechselt – hatte dort eine „player option“ verstreichen lassen, seinen Vertrag für die Saison 2022/23 zu verlängern, die ihm 47,4 Millionen Dollar Jahresgehalt eingebracht hätte. Stattdessen willigte er in einen weniger lukrativen Zwei-Jahres-Vertrag ein, über insgesamt 68 Millionen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)
Die Frage, der die NBA nun nachgeht: Hat 76ers-Sportchef Daryl Morey als Gegenleistung einen besseren Deal in der Zukunft versprochen? Es ist ein naheliegender Gedanke – aber auch, wenn es darüber nur ein Handschlag-Agreement geben sollte, wäre es nach den NBA-Regularien verboten.
Ermittler der Liga werten nun unter anderem Mailverkehr und Telefondaten der 76ers-Mitarbeiter aus, um herauszufinden, ob sich der Verdacht darin bestätigt – und ob Harden und/oder seine Kollegen bereits vor Beginn der Free Agency am 30. Juni kontaktiert worden waren. Was ebenfalls verboten wäre. Dass Harden seine Option verstreichen lassen würde, war bereits am 29. Juni an die Öffentlichkeit gesickert – ebenfalls durch ESPN-Reporter Wojnarowski.
Sowohl Morey als auch Tucker und House sind Weggefährten Hardens aus der Zeit bei den Houston Rockets, was die Vorstellung eines (zu) kurzen Drahts untereinander nährt.
Free-Agent-Regeln wurden 2019 verschärft
Verstöße gegen die Free-Agent-Regeln sind in der NBA immer wieder Thema, wegen zu früher Kontakte mit Lonzo Ball und Kyle Lowry wurden den Chicago Bulls und den Miami Heat im vergangenen Jahr Draft Picks gestrichen. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)
Erst 2019 hatte die NBA die Regeln verschärft und sich dabei auch die Suspendierung von Managern und die Annullierung von Verträgen als letztes Mittel vorbehalten.
Dass es im Fall Harden so weit kommt, ist sehr unwahrscheinlich – ob es überhaupt jemals zu einer solchen Eskalation kommen wird, gilt als überaus fraglich.
Trotzdem müssen sich die 76ers wohl auf Konsequenzen gefasst machen, sollten sie beim Harden-Deal geschummelt und dabei Spuren hinterlassen haben.
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