Nächster Eklat zwischen Irland und Israel
Eklat vor Israel-Spiel: Irland bricht PK ab
Wie schon im Hinspiel senken die irischen Spieler bei Israels Nationalhymne erneut den Kopf. Kurz nach dem Halbzeitpfiff kommt es zu einem weiteren Aufreger und einem heftigen Vorwurf.
Beim Nations-League-Spiel zwischen Irland und Israel (1:1) hat es den nächsten Eklat gegeben. Nur wenige Sekunden nach dem Ende der ersten Hälfte gerieten Vertreter beider Mannschaften an der Seitenlinie aneinander und beschimpften sich wüst.
Kurz nachdem Schiedsrichter Juan MartÃnez Munuera zur Halbzeit gepfiffen hatte, kam es vor laufenden TV-Kameras zum Handgemenge am Spielfeldrand: Damien Doyle, Athletikcoach des irischen Nationalteams, beschimpfte einen Israeli lautstark: „Hey, hey du! Du hast mich angespuckt!“, schrie Doyle.
Heftiger Vorwurf bei Irland-Israel: „Er hat mich angespuckt!“
Die Situation drohte zu eskalieren, binnen weniger Sekunden bildete sich eine große Traube um die beiden Streithähne. Über die Mikrofone am Spielfeldrand war zu hören, wie andere Iren versuchten, Doyle zu beruhigen und in die Kabine zu geleiten. Doch dieser war extrem aufgebracht: „Nein, nein, nein! Er hat mich angespuckt“, wiederholte der Ire mehrfach deutlich.
Wie schon das Hinspiel fand auch die zweite Partie auf neutralem Boden (TSC-Arena, Backa Topola, Serbien) und ohne Zuschauer statt, um weitere Auseinandersetzungen zu vermeiden. Im leeren Stadion waren Doyles Schreie deutlich zu vernehmen. Ob Doyle gegen einen Spieler oder ein Mitglied des Trainerteams wetterte, war hingegen nicht klar ersichtlich. Der Irish Mirror und weitere irische Medien schrieben, Doyle sei von einem Spieler angespuckt worden. Bestätigt ist das nicht.
Bereits beim Hinspiel am vergangenen Sonntag war es zu unschönen Szenen gekommen: So senkten die Iren etwa bei der israelischen Nationalhymne den Kopf und verweigerten dem Gegner den Handshake. Auch im Rückspiel wiederholten sie diese Gesten und verzichteten erneut auf die üblichen Förmlichkeiten.
Nations League: Schon wieder unschöne Szenen
Die Republik Irland gehört seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern, die Israels Antwort auf den verheerenden Terrorüberfall der in Gaza regierenden Hamas und ihrer Verbündeten in der Region am schärfsten kritisierten – und deswegen unter anderem auch den diesjährigen Eurovision Song Contest boykottierten. Auch über eine mögliche Absage der Nations-League-Spiele dachte man sogar nach.
Selbst in der politisch vermeintlich weniger aufgeheizten Partie gegen Österreich kam es zu unschönen Szenen: Irische Anhänger hatten Tennisbälle aufs Spielfeld geworfen. Einer von ihnen stürmte zudem den Platz und zeigte die Flagge von Palästina.
Beim Hinspiel gegen Israel waren die Iren mit einem schwarzen Trauerflor aufgelaufen: eine Geste, die David Courell, der Geschäftsführer des irischen Fußballverbands, als „Würdigung aller im Gaza-Konflikt verlorenen Menschenleben“ bezeichnete. Nun wiederum waren es die Israelis, die mit einem Trauerflor aufliefen und damit an den anstehenden dritten Jahrestag des Überfalls der Hamas (07. Oktober 2023) erinnern wollen.
Die Partie endete indes remis. In der ersten Hälfte waren die Iren durch einen Elfmeter in Führung gegangen (39.), kurz nach dem Seitenwechsel glich Israel zum 1:1 aus (47.). Das Hinspiel hatte Irland deutlich mit 3:0 gewonnen.