Dann kann Zverev die Nummer 1 werden
Sind Sie der beste Spieler der Welt, Herr Zverev?
Alexander Zverev siegt bei den US Open und rückt an Jannik Sinner in der Weltrangliste heran. Dann kann Zverev die Wachablösung gelingen.
Alexander Zverev ist durch seinen Sieg bei den US Open in der Weltrangliste bis auf 1810 Punkte an Spitzenreiter Jannik Sinner herangerückt. Noch in dieser Saison könnte Zverev die Führung übernehmen, wenn der Italiener, der in New York wegen Kniebeschwerden fehlte, auch im Endspurt schwächelt.
Von hinten droht den beiden wenig Gefahr. Seinen Abstand zum Spanier Carlos Alcaraz auf Platz drei hat der Hamburger durch seinen zweiten Grand-Slam-Titel auf gewaltige 4130 Punkte ausgebaut. Zverevs Finalgegner Ben Shelton (USA) verbesserte sich auf Platz vier. Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic (Serbien) stürzte durch sein Erstrunden-Aus erstmals seit Juli 2018 aus den Top 10 und ist nun Zwölfter.
Zieht Zverev bald an Sinner vorbei?
Für Zverev ist der Sprung auf Platz eins ein großes Karriereziel. Bislang stand bei den Männern nur ein Deutscher ganz oben im Ranking: Boris Becker eroberte 1991 erstmals die Spitze, insgesamt hielt er sich dort zwölf Wochen. Michael Stich und Tommy Haas schafften es wie Zverev auf Platz zwei.
Nun hat der 29-Jährige wohl eine einmalige Chance. In der Wertung, die alle Ergebnisse seit dem 1. Januar berücksichtigt, hat sich Zverev mit dem Sieg in New York mit 8650 Punkten bereits deutlich in Führung gebracht. Sinner folgt mit 7950 Zählern auf Rang zwei und muss somit noch viel aufholen im direkten Duell.
Heißt: Erreicht Zverev bei den letzten wichtigen Turnieren des Jahres gute Resultate, geht sein großer Traum in Erfüllung. Es spricht noch mehr für eine Wachablösung an der Spitze. Im vergangenen Jahr gewann Sinner in der Endphase des Jahres die Turniere in Peking und Wien (je 500 Zähler), das Masters in Paris (100 Punkte) und die ATP Finals (1500 Punkte). Satte 3.500 Punkte verteidigt der Italiener damit noch. Exakt nach einem Jahr werden die Ergebnisse aus der Weltrangliste gelöscht und müssen verteidigt werden.
Und Zverev? Der kam in Wien ins Finale und in Paris ins Halbfinale. Bei den ATP Finals war in der Gruppenphase Schluss. So muss er nur um die Verteidigung von 1.080 Zählern kämpfen.
Zverev im November an der Spitze?
Dennoch muss sich Zverev wohl noch ein wenig gedulden, bis er die Nummer eins wirklich übernimmt. Erst Ende Oktober könnte es im Bestfall so weit sein. Dann muss Sinner in Wien und Paris die 1.500 Zähler verteidigen. Der Tiroler müsste jedoch neben der Spur sein, um bereits dann abgelöst zu werden.
Deutlich realistischer ist, dass Zverev tatsächlich im letzten Wettkampf des Jahres Mitte November das Ziel erreicht. Sinner muss dann auf einen Schlag erneut 1.500 Punkte verteidigen bei den ATP Finals und Zverev kann dort nur Pluspunkte sammeln.
Nach dem großen Coup von New York hielt sich Zverev jedoch mit Ansagen bezüglich der Weltrangliste zurück. Auf der Pressekonferenz wurde der Hamburger gefragt, ob er sich als bester Spieler sehe. es folgte lange Grübeln.
„Ich weiß nicht, wie ich darauf antworten soll. Weil Jannik Sinner gerade verletzt ist und Carlos Alcaraz vier Monate verletzt war, würde ich das im Moment wohl mit ,Ja‘ beantworten. Wenn beide fit und in Topform wären, dann vielleicht nicht. Vor vier oder fünf Monaten, als beide fit waren, war ich es nicht. Ich habe ständig gegen Jannik Sinner verloren. Wenn alle fit sind, denke ich also, dass Jannik Sinner immer noch der Beste ist. So einfach ist das“, sagte er.
Bei den Frauen übernahm US-Open-Siegerin Jelena Rybakina (Kasachstan) die Führung von ihrer Finalgegnerin Aryna Sabalenka. Die Belarussin hatte die Weltrangliste 99 Wochen lang angeführt, beendet das Jahr 2026 allerdings ohne einen Grand-Slam-Titel. Rybakina hatte neben dem Turnier in New York zu Jahresbeginn auch die Australian Open gewonnen. Beste Deutsche im Ranking ist Tamara Korpatsch (Hamburg) auf Platz 49.
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