Das nervt Becker an Zverevs Spiel 

Zverevs US-Open-Triumph im Video
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Zverevs US-Open-Triumph im Video

Alexander Zverev sorgt bei den US Open nicht nur mit seinem Triumph für Gesprächsstoff. Seine ausgedehnte Aufschlagroutine beschäftigt Gegner und Experten. Nun fordert auch Boris Becker eine Regeländerung.

15.000 Mal soll Alexander Zverev den Ball bei den US Open auf den Boden aufgetippt haben – das wäre einsamer Rekord. Zverevs auffällige Routine gerade vor dem zweiten Aufschlag war während des Turniers immer wieder Thema. Der Deutsche ließ den Ball teilweise mehr als 20 Mal aufspringen. Das verärgerte zunächst Halbfinalgegner Karen Khachanov und anschließend Finalist Ben Shelton.

Nun hat sich auch Boris Becker eingeschaltet. Im Podcast „Becker Petkovic“ mit Andrea Petkovic hatte die deutsche Tennis-Legende trotz aller Begeisterung über Zverevs Titelgewinn einen Kritikpunkt: „Dieses ewige Balltippen nach dem zweiten Aufschlag. Bitte, ich wurde hektisch beim Kommentieren. Ich dachte: Wann fängt der denn an?“

Boris Becker kritisiert Alexander Zverev für das häufige Balltippen vor dem zweiten Aufschlag
Boris Becker kritisiert Alexander Zverev für das häufige Balltippen vor dem zweiten AufschlagBoris Becker kritisiert Alexander Zverev für das häufige Balltippen vor dem zweiten Aufschlag© IMAGO/Panama Pictures

Becker fordert neue Regel

Das Problem: Während die Zeit vor dem ersten Aufschlag auf 25 Sekunden begrenzt ist, gibt es für den zweiten Aufschlag keine feste Begrenzung. Einen Regelverstoß begeht Zverev mit seiner ausgedehnten Routine daher nicht.

Für Becker ist dennoch klar, dass Handlungsbedarf besteht. „Stell dir mal vor, du musst den Aufschlag retournieren, da wirst du ja wahnsinnig“, erklärte der sechsmalige Grand-Slam-Sieger und verwies auf die Beschwerden von Khachanov und Shelton. „Man braucht dringend eine Regeländerung, wie lange der Spieler Zeit hat vor dem zweiten Aufschlag.“

Khachanov hatte bereits nach seinem Halbfinal-Aus erklärt, die lange Routine nerve „sehr viele Spieler“. Der Russe bemängelte vor allem, dass der Returnspieler kaum wisse, wann er sich auf den Aufschlag vorbereiten müsse.

Auch Shelton legte nach dem Finale nach. Er wolle nicht 30 Sekunden in angespannter Returnposition warten, während Zverev den Ball teilweise 20 bis 25 Mal auftippe. Zudem sprach sich der US-Amerikaner für eine zeitliche Begrenzung vor dem zweiten Aufschlag aus.

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Zverev verbrachte über zweieinhalb Stunden mit Balltippen

Unterstützung bekam Becker von Andrea Petkovic. Die ehemalige Top-Ten-Spielerin erklärte, dass nicht nur der Aufschläger auf eine feste Routine angewiesen sei. Auch der Returnspieler entwickle einen Rhythmus und richte seinen Split Step am Bewegungsablauf des Gegners aus. Durch unterschiedlich langes Balltippen werde man dabei „komplett aus dem Groove geworfen“.

Becker verwies im Podcast auf eine Auswertung, wonach der Deutsche im Laufe des Turniers rund 15.000 Mal den Ball aufgetippt haben soll. Petkovic ergänzte die Statistik von Sky UK, dass Zverev zusammengerechnet rund zwei Stunden und 33 Minuten mit dem Balltippen verbracht habe.

Zverev selbst kann sich seine neue Routine offenbar nicht wirklich erklären. „Ich habe keine Ahnung, warum ich das mache. Das ist keine Absicht. Ich zähle nicht bis zu einer bestimmten Zahl. Ich weiß nicht, warum die Zahl so stark gestiegen ist“, hatte er bereits nach dem Halbfinale erklärt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er selbst eine Statistik erwähnt, die bereits rund 12.000 Ballkontakte auswies.