Leipzig reagiert auf brisante Berichte

von SPORT1
Demichelis: "Schwer, die Ruhe zu bewahren..."
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Demichelis: "Schwer, die Ruhe zu bewahren..."

Nach der zweiten deutlichen Niederlage in Folge tauchen bei RB Leipzig die ersten Fragezeichen auf. Kann Trainer Martín Demichelis das Ruder wieder herumreißen? RB-Boss Marcel Schäfer gibt ein Statement ab.

Nach dem krachenden Fehlstart in Europa warb Martín Demichelis um Geduld. „Wir haben viele neue Spieler bekommen. Die brauchen noch Rhythmus, die brauchen noch Zeit“, sagte der Trainer von RB Leipzig nach dem bitteren 1:4 (0:2) zum Champions-League-Auftakt bei Königsklassen-Neuling Como 1907. Doch die große Frage lautet: Bekommt Demichelis diese Zeit?

RB-Boss Marcel Schäfer reagierte auf die wachsende Unruhe am Freitagabend mit einem Statement auf der Klub-Webseite: „Wir haben natürlich wahrgenommen, was in den vergangenen Tagen rund um unseren Klub in den Medien und sozialen Netzwerken diskutiert wird. Wir sind sehr ambitioniert und gleichzeitig kritisch mit uns selbst. Die beiden letzten Ergebnisse entsprechen nicht unserem Anspruch – das wissen wir und das reden wir auch nicht schön. Damit setzen wir uns intern sehr klar auseinander.“

Martin Demichelis beim Champions League Auftakt am Comer See
Martin Demichelis beim Champions League Auftakt am Comer SeeMartin Demichelis beim Champions League Auftakt am Comer See© IMAGO/Xinhua

Bereits nach der ernüchternden Niederlage bei Werder Bremen (1:3) waren erste kritische Stimmen laut geworden. Die Bild berichtete anschließend von internen Bedenken hinsichtlich der Verpflichtung von Demichelis als Nachfolger des erfolgreichen Ole Werner. Demnach seien Zweifel an seinen Ideen im Ballbesitz bereits während der Vorbereitung aufgekommen.

Schäfer: „Jeder hat unsere Unterstützung“

Man bleibe ruhig, fokussiert und stehe als Klub zusammen, versicherte Schäfer nun: „Das gilt für alle Mitarbeiter, die Mannschaft und das gesamte Trainerteam. Jeder hat unsere Unterstützung und unser Vertrauen.“

Mit Demichelis sollte der internationale Aufschwung kommen, weltmännisches Auftreten, Aura. Was nach dem K.o. in Como jedoch bleibt, ist nach nur vier Pflichtspielen eine erste kleine Krise der Saison. Der Frust ist groß, die Suche nach Gründen und Lösungen mühsam. Man müsse sich „schleunigst zusammensetzen und gucken, was schieflief“, forderte der etwas ratlos wirkende Kapitän David Raum.

DEINE MEINUNG

Immerhin Inspiration konnten sich die Leipziger vom Comer See mitnehmen. „Wir haben heute gesehen, was es bedeutet, sehr aktiv mit dem Ball zu sein, eine sehr hohe Entscheidungsfindung zu haben und auch im letzten Drittel gute Pässe zu spielen. Das müssen wir uns heute abschauen“, sagte Routinier Willi Orban nach dem Spiel.

Schäfer bat um Geduld. „Eine neu zusammengestellte Mannschaft braucht Zeit, um sich zu finden und Abläufe zu entwickeln“, sagte der Geschäftsführer Sport. „Wir sind von unserem Kader überzeugt und wir wissen um die Qualität und die Möglichkeiten dieser Mannschaft. Jetzt geht es darum, gemeinsam die richtigen Schlüsse zu ziehen, weiter hart zu arbeiten und die Entwicklung in den kommenden Wochen in die richtige Richtung zu lenken.“

Demichelis mit Leipzig gegen den HSV gefordert

Schon am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV stehen RB und der neue Trainer Demichelis unter Zugzwang.

Die Ambitionen der Sachsen sind schließlich groß. Ein Ausscheiden in der Ligaphase wie in der Saison 2024/25 soll unbedingt verhindert werden. Demichelis wurde nicht zuletzt verpflichtet, um RB auch auf europäischer Ebene wieder zu etablieren. Davon war in Como wenig zu sehen. Die Leipziger präsentierten sich konteranfällig, unsicher im Ballbesitz und über weite Strecken nicht eingespielt.

Es sei nun aber gut, „direkt die nächste Aufgabe vor der Brust“ zu haben, sagte Orban. „Da kannst du mit einem positiven Erlebnis das Ergebnis ein bisschen korrigieren.“

Ob das gelingt, wird zum ersten echten Prüfstein für Demichelis.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)