Weit mehr als nur eine B-Lösung
Nach geplatztem El-Mala-Transfer: BVB findet Alternative
Die PAOK-Fans wollten ihn nicht gehen lassen, doch Giannis Konstantelias entschied sich für den Schritt nach Dortmund. Auch wegen eines Landsmanns, mit dem der "Fußballpoet" nun beim BVB von sich reden machen will.
Die Entscheidung für einen Wechsel nach Dortmund sei für Giannis Konstantelias einfach gewesen, wie er in einem ersten Videoclip auf den BVB-Kanälen berichtete. Schließlich leistete sein griechischer Landsmann Konstantinos Karetsas Überzeugungsarbeit.
„Er hat mir alles über euch erzählt. Ich kenne euch“, berichtete Konstantelias lächelnd von einem Austausch mit seinem neuen Teamkollegen, den Dortmund Anfang August verpflichtet hatte. Karetsas habe zu Konstantelias gesagt: „Es ist unglaublich hier.“
Beide kennen sich aus der griechischen Nationalmannschaft. Beide sind im zentralen offensiven Mittelfeld zuhause. Während Karetsas auch über den rechten Flügel kommen kann, weicht Konstantelias auch mal auf den linken Flügel aus.
„Gute Verbindung“: Neues BVB-Duo Konstantelias und Karetsas
„Wir haben eine gute Verbindung. Wir haben zwar noch nicht so viel zusammen gespielt, aber wir verstehen uns gut“, erklärte Konstantelias. Während sein Landsmann sein Debüt für seinen neuen Klub gleich mit seinem ersten Tor krönte, stellt sich die Frage, was von Konstantelias zu erwarten ist.
Gemessen an den Nebengeräuschen rund um seinen Abgang von PAOK Saloniki einiges. Dort galt der 23-Jährige, der in seiner Heimat schon als „Griechen-Messi“ tituliert wurde, als Fanliebling. Schon im vergangenen Jahr verhinderten die Anhänger einen Wechsel zum VfB Stuttgart, auch diesmal gab es Proteste.
„Hände weg von Konstantelias“, schrieb die Ultra-Gruppe „Gate 4“ und forderte den Verbleib der Identifikationsfigur, „dem größten Fußballer, der seit Giorgos Koudas das Trikot unseres Vereins getragen hat“.
Konstantelias musste sich vor PAOK-Fans erklären
Bei seiner Ankunft in Dortmund am Sonntag zum Medizincheck streckte ihm ein Mann ein Handy entgegen und verwickelte ihn offenbar in einen Videocall mit aufgebrachten Fans seines Jugendklubs.
Mehr als eine Minute lang musste sich Konstantelias rechtfertigen. Zwar versicherte er mehrmals, dass er PAOK liebe, aber laut Ruhr Nachrichten betonte er auf Griechisch auch: „Das ist meine Entscheidung.“
Nach der gescheiterten Verpflichtung von Said El Mala holten die Dortmunder nun Konstantelias für 26 Millionen Euro und statteten ihn mit einem langfristigen Vertrag bis 2031 aus. Er ist mehr als nur eine B-Lösung und soll die Kreativabteilung der Mannschaft von Trainer Niko Kovac bereichern.
Dribbelkünstler mit „einer Menge Potenzial“
Der 1,78 Meter große Dribbelkünstler ging in der vergangenen Spielzeit laut Opta-Daten im gegnerischen Strafraum 26-mal ins Eins-gegen-Eins. Da hatte der BVB in der Vorsaison Luft nach oben, kein Dortmunder Spieler kam in der Bundesliga auf mehr als zehn solcher Aktionen.
„Wir sehen in ihm eine Menge Potenzial und sind überzeugt davon, dass er sehr gut in unsere Mannschaft passt“, sagte Sportdirektor Ole Book. Laut Sport-Geschäftsführer Lars Ricken habe man Konstantelias‘ Entwicklung „schon seit längerer Zeit“ verfolgt.
Bereits als 17-Jähriger feierte er am 17. Januar 2021 sein Profidebüt für PAOK. Ein Jahr später sammelte er erste Auslandserfahrungen bei einer halbjährigen Leihe an den belgischen Klub KAS Eupen.
Zurück in Griechenland etablierte sich Konstantelias mehr und mehr bei seinem Jugendklub. In der Saison 2022/23 gelang ihm der endgültige Durchbruch. Mit neun Toren und sechs Assists trug er einen nicht unerheblichen Teil zum überraschenden Gewinn der Meisterschaft bei.
Ex-Trainer schwärmt von Konstantelias: „Ein Fußballpoet“
Sein damaliger Coach Razvan Lucescu, Sohn der im April verstorbenen rumänischen Trainerlegende Mircea Lucescu, schwärmte vor zwei Jahren im italienischen Podcast „Il Terzo Uomo“ von seinem Schützling: „Er wurde mit 19 Jahren Stammspieler. Er ist ein außergewöhnliches Talent, das sowohl als Spielmacher als auch auf den Außenbahnen spielen kann.“
Zum damaligen Zeitpunkt machte Lucescu noch die fehlende mentale Stärke als Manko bei Konstantelias aus, „um entschlossener zu werden“, wie der ehemalige PAOK-Trainer sagte: „Ich würde sagen, er ist ein wenig romantisch, ein Fußballpoet, denn wie er selbst sagt, möchte er glücklich sein, wenn er spielt. Das ist wahr, aber man muss auch gewinnen.“
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Das will Konstantelias nun möglichst oft mit Dortmund, wie er bei seiner Vorstellung betonte: „Der BVB ist ein großer Verein und ich werde alles geben, um hier erfolgreich zu sein.“