Schmadtke-Aus? Eberl reagiert
"Das wäre finanziell und sportlich verkehrt"
Bayern-Chefscout Nils Schmadtke soll vor dem Aus stehen. Sportvorstand Max Eberl reagiert auf einen entsprechenden Bericht.
Beim FC Bayern München bahnt sich offenbar eine Personalentscheidung an. Wie Münchner Merkur/tz berichtet, steht Chefscout Nils Schmadtke vor dem Aus beim deutschen Rekordmeister.
Dem Bericht zufolge soll Sportvorstand Max Eberl über die bevorstehende Entscheidung informiert worden sein. Mit Schmadtke würde der 52-Jährige einen engen Vertrauten verlieren. Eberl selbst steht – wie SPORT1 zuletzt berichtete – weiterhin kurz vor einer Vertragsverlängerung beim FC Bayern.
Eberl dementierte das Gerücht jedoch nach dem 4:2-Testspielsieg in Heidenheim. „Nein, das kann ich ehrlicherweise nicht bestätigen“, sagte 52-Jährige und fügte hinzu: „Nils hat noch ein Jahr Vertrag, so wie ich.“
Interne Kritik an Schmadtke
Ganz überraschend kommt die Entwicklung um Schmadtke, den Sohn von Ex-Bundesliga-Manager Jörg Schmadtke, nicht. Wie SPORT1 weiß, gab es schon im Frühjahr intern Kritik an der Arbeit und der Abteilung des Chefscouts.
Dabei steht ein pikanter Vorwurf im Raum: Nach SPORT1-Informationen machen bestimmte Entscheider im Klub die Scouting-Abteilung dafür verantwortlich, dass immer wieder Personalplanungen des Klubs an die Öffentlichkeit gelangen. Unter anderem dieser Verdacht, der seine Abteilung betrifft, könnte nun Schmadtke seinen Job in München kosten.
Hat Bayern schon einen Nachfolger im Visier?
Der 37-Jährige hatte seinen Posten im Oktober 2024 angetreten und daraufhin die Scouting-Abteilung umgekrempelt. Eberl und Schmadtke kennen sich schon seit der gemeinsamen Zeit bei Borussia Mönchengladbach, wo Schmadtke ein Jahr nach Eberls Abschied als Sportdirektor übernommen hatte.
Eberl bezog Schmadtke in ein Lob der Arbeit der Verantwortlichen mit ein. „Ich finde, wie die Mannschaft dasteht, das ist ein Gesamtwerk der sportlichen Leitung“, betonte er, mahnte aber: „Wie gesagt, man kann auch bei Personen immer über Qualität der Arbeit sprechen. Was jetzt gerade so passiert, diese ganze Welle die da entsteht, finde ich ehrlicherweise zu viel.“
Man solle berücksichtigen, dass immer noch über Menschen gesprochen werde. „Ob der jetzt bei Bayern weitermacht oder nicht, wir sollten Menschen nicht diffamieren. Das ist für mich gerade alles einen touch too much, was da über Nils Schmadtke geschrieben wird“, ergänzte Eberl.
Sollte sich der FC Bayern München vom 37-Jährigen trennen, steht nach tz-Infos Christopher Vivell als Nachfolger bereit. Der 39-Jährige arbeitete in Deutschland für die TSG Hoffenheim und RB Leipzig, bevor er 2022 nach England ging. Beim FC Chelsea war er als Technischer Direktor angestellt, seit 2024 arbeitet er als Leiter der Scouting-Abteilung bei Manchester United.
Vivell kennt Christoph Freund aus Salzburg
Sollte Vivell den Posten von Schmadtke in München übernehmen, dürfte sich die Macht-Statik beim Rekordmeister ändern. Während Schmadtke enger Vertrauter von Eberl ist, haben Vivell und der bayerische Sportvorstand noch nicht zusammengearbeitet. Vivell kennt hingegen Bayern-Sportdirektor Christoph Freund aus seiner Zeit bei RB Salzburg (2015-2020) sehr gut.
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Bei Manchester United steht Christopher Vivell noch bis 2027 unter Vertrag. Somit würde für den FC Bayern eine Ablösesumme fällig werden, um den 39-Jährigen loszueisen.