Deutschland will „Lospech“ trotzen

von SID
Deutschland will „Lospech“ trotzen

Die deutsche Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft hadert vor WM-Beginn mit der "schlimmen Auslosung". Am Ziel ändert das aber nichts.

Die deutsche Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft startet mit großen Ambitionen in die WM in Sao Paulo – trotz einer Vorrundengruppe, die es in sich hat. „Schlimmer hätte die Auslosung kaum laufen können“, haderte Cheftrainer Christoph Werner vor dem Auftakt am Dienstag gegen Kolumbien (14.30 Uhr): „Wir hatten Lospech und sind mit Abstand in der stärksten Gruppe.“

Dennoch rief die Auswahl des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) ein großes Ziel aus: die Qualifikation für das Viertelfinale. Die besten vier Mannschaften der beiden Sechsergruppen kommen weiter, die erste Partie hat für das deutsche Team angesichts der hochkarätigen Konkurrenz somit bereits eine große Bedeutung.

Ein Sieg gegen Kolumbien ist fest eingeplant, dann folgen die Duelle gegen den Paralympics-Sieger und Weltranglistenersten aus Japan, Frankreich, Großbritannien und Dänemark, die im internationalen Ranking alle vor Deutschland stehen.

Deutschland zeigt sich selbstbewusst

„Ich hoffe, dass wir so gut abschließen wie noch nie zuvor bei einer Weltmeisterschaft“, sagte Werner, denn am Abschneiden hängt auch der Kaderstatus der Spieler und für die Mannschaft die weitere Förderung.

Bei den Sommerspielen in Paris hatte die deutsche Auswahl zuletzt alle Spiele verloren. „Am Ende war es noch eine Nummer zu groß“, erklärte Werner, der Mut aus dem vierten Platz bei der EM im Vorjahr schöpft.

In Brasilien gehören erstmals drei Frauen zum Kader. Neben Britta Kripke und Mascha Mosel, die schon in Paris dabei waren, stieß Enya Schröder dazu. Der große Hoffnungsträger aber ist Josco Wilke, für Werner der weltbeste Spieler seiner Klasse, der nach einer Fingerverletzung jedoch erst im März wieder ins Training eingestiegen war.