Bittere Pleite statt dritter Titel: Weitsprung-Star Malaika Mihambo hat zum Abschluss der Leichtathletik-EM ihren Titel verloren und völlig überraschend auch eine Medaille verpasst.

Die 32-Jährige kam im Alexander Stadium nicht über 6,94 m hinaus und landete damit in einem hochklassigen Wettbewerb nur auf Platz fünf.

Malaika Mihambo geht diesmal leer aus
Malaika Mihambo geht diesmal leer ausMalaika Mihambo geht diesmal leer aus© IMAGO/Beautiful Sports International

Das sagt Mihambo zu bitteren EM-Pleite

Und so musste Mihambo, die als Titelverteidigerin gestartet war und als Mitfavoritin galt, erstmals seit zehn Jahren wieder die Heimreise von einer großen Meisterschaft ohne Edelmetall antreten.

„Letztendlich bin ich einfach dankbar, dass ich hier stehen darf“, sagte Mihambo mit brüchiger Stimme und glasigen Augen in der ARD: „Ich sehe es auch als Privileg an, dass ich einfach traurig sein kann, weil es nicht so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt habe. Und dass mir Sport wieder so Spaß macht, dass der Ehrgeiz so da ist, dass das für den Moment das einzige ist, was mein Herz betrübt.“ 

Zur neuen Europameisterin krönte sich in einem packenden Zentimeter-Krimi die Italienerin Larissa Iapichino mit 7,00 m. Dahinter sicherte sich Jazmin Sawyers (6,99/Großbritannien) Silber wie schon vor zehn Jahren, Bronze holte Hilary Kpatcha aus (Frankreich) mit 6,98 m.

Mihambos Erfolgsserie endet abrupt

Eigentlich war Mihambo einmal mehr genau zum richtigen Zeitpunkt in blendender Verfassung. In der Qualifikation hatte die Ex-Weltmeisterin am Freitag zwar erst Riesen-Probleme, legte dann aber mit 7,10 m auch einen Riesen-Satz hin – und untermauerte ihren Anspruch auf den dritten EM-Titel nach 2018 und 2024. Doch im großen Finale stimmte dann bei ihrem Anlauf plötzlich überhaupt nichts mehr, Mihambo kämpfte vergeblich gegen die Probleme und die schwierigen Windverhältnisse an.

„Sauer bin ich nicht“, erklärte die Deutsche: „Ich habe einen guten Wettkampf gemacht. Ich habe ein paar technische Fehler gemacht und habe dann viel zu viel korrigiert und war dann drüber. Das ist der Sport. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man und das ist auch völlig ok.“

So platzte nicht nur ihr Traum vom dritten EM-Gold ihrer Karriere, für Mihambo endete auch eine unfassbare Erfolgsserie. Schließlich hatte sie nach Platz vier bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio immer eine Medaille gewonnen, wenn sie bei einer großen Meisterschaft am Start war. 2017 und 2023 fehlte sie bei den Weltmeisterschaften verletzungsbedingt. Trotzdem sei sich nicht entmutigt mit Blick auf die Zukunft, noch bis 2028 will sie weitermachen.

Die deutsche Meisterin Mikaelle Assani (Karlsruhe) und Imke Daalmann (Leverkusen) waren in der Qualifikation ausgeschieden.


mit Sport-Informations-Dienst