Der Paralympics-Dritte Lennart Sass peilt bei der Heim-EM der deutschen Judoka in Heidelberg den großen Coup an. „Mein Ziel ist es, in bester Form auf der Matte zu stehen und meinen Titel zu verteidigen. Gerade vor heimischem Publikum, meiner Familie und Freunden, möchte ich fokussiert sein und meine beste Leistung abrufen“, sagte der 26-Jährige. Seit seiner Halbfinal-Niederlage bei den Sommerspielen in Paris 2024 ist der sehbehinderte Judoka ungeschlagen, gewann unter anderem bei der EM 2025 Gold.
Insgesamt schickt der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ein sechsköpfiges Team zu den Titelkämpfen am Neckar (14. bis 16. August), die mit nur sechs Wochen Abstand vor den Weltmeisterschaften (25. bis 27. September) zeitlich etwas ungünstig liegen. „Unser Fokus liegt schon auf der WM. Aber dadurch, dass die EM im eigenen Land stattfindet, hat das Turnier für uns einen besonderen Stellenwert“, sagte Bundestrainerin Carmen Bruckmann.
Es sei „einfach super, dass wir die Halle gut kennen. Für die Athletinnen und Athleten ist es toll, dass Familie und Freunde vor Ort sein können. Das macht die Titelkämpfe besonders schön“, führte Bruckmann aus. Das deutsche Team sei noch sehr jung und befinde sich „im Aufbau – sogar auch schon im Hinblick auf die Paralympics 2032 in Brisbane“. Generell sehe sie Para Judo in Deutschland „spürbar im Aufwind“, durch die Heim-EM solle es nun nochmal „einen Schub geben“.