Antonia Niedermaier wünscht nach ihrem starken Auftritt bei der Tour de France einen positiven Effekt für den deutschen Frauen-Radsport. „Ich hoffe, dass es eine Inspiration für die jungen Mädchen ist, die Rad fahren“, sagte die 23-Jährige, die bei ihrem Debüt bei der Frankreich-Rundfahrt auf Gesamtrang vier und in das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin fuhr, in der ARD: „Ich hoffe, dass ich sie begeistern und aufs Rad kriegen kann.“

Vor der Rosenheimerin hatte noch keine Deutsche ein Wertungstrikot bei der neu aufgelegten Tour gewonnen. Und wenn es nach Niedermaiers Bossen geht, soll sich die Farbe bald ändern. „Wir werden sie weiterentwickeln und hoffentlich zur nächsten Tour-Siegerin machen“, sagte Teamchef Ronny Lauke vom deutschen Rennstall Canyon//SRAM.

Auch Rolf Aldag, inzwischen Sportlicher Leiter beim Canyon-Team, sieht eine rosige Zukunft. „Es war alles neu und groß für sie. Für sie ist das ganz toll. Irgendwann wird sie hoffentlich die Farbe von weiß in gelb tauschen“, sagte der Ex-Profi.

Niedermaier besitzt noch einen Vertrag bis Ende 2028 bei Canyon. „Was danach passiert, weiß ich nicht“, sagte Lauke: „Zumindest haben wir jetzt zwei Jahre, in denen wir mit ihr gut arbeiten können. Die Perspektive mit ihr könnte nicht besser sein. Sie hat das Potenzial, sie hat noch Reserven. Sie kann noch viel lernen, reifen. Da wollen wir sie begleiten und ihr helfen.“

Niedermaier will nach dem Tour-Trubel erstmal abschalten: „Ich freue mich am meisten darauf, daheim zu sein, am See zu liegen mit Frieda (ihr Hund, Anm. d. Red.) und Jakob (ihr Partner) und die Zeit zu genießen.“