Der frühere deutsche Straßenrad-Meister Marco Brenner hat völlig überraschend die Polen-Rundfahrt gewonnen und den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 23-Jährige vom Schweizer Team Tudor Pro Cycling legte am Sonntag ein starkes Einzelzeitfahren hin und schob sich im Gesamtklassement nach der siebten und letzten Etappe in Wieliczka noch von dem vierten auf den ersten Platz vor.

„Die Tour de Pologne im Gelben Trikot zu beenden und das Rennen zu gewinnen, macht mich unglaublich glücklich“, sagte Brenner, der auch in der Punktewertung vorne lag und sich auch von einem Sturz auf der vierten Etappe nicht aufhalten ließ, nach seinem Coup. Der Augsburger ist der erste deutsche Fahrer seit Maximilian Schachmann bei Paris-Nizza im Jahr 2021, der ein Etappenrennen auf der World Tour gewinnt.

Brenner fuhr die 12,5 Kilometer in 14:36 Minuten und auf Platz sieben, während die Konkurrenz im Kampf um den Gesamtsieg patzte. Der Italiener Christian Scaroni, der vor dem Finale der Rundfahrt elf Sekunden vor Brenner gelegen hatte, kam nur auf Platz 49 und rutschte noch auf Gesamtrang sieben ab.

Triumph in Polen: Brenner folgt auf Top-Stars

Zeitfahrspezialist Stefan Küng war in 14:25 Minuten nicht zu schlagen, der Schweizer sorgte mit dem Tagessieg für doppelte Freude beim Tudor-Rennstall. Platz zwei ging an den Neuseeländer Finn Fisher-Black (14:29 Minuten). Der 24-Jährige von der deutschen Mannschaft Red Bull-Bora-hansgrohe schob sich damit auch im Klassement auf den zweiten Rang vor. Der Spanier Iván Romeo (Movistar) komplettierte das Podium.

Brenner reiht sich damit in die namhafte Siegerliste der Tour de Pologne ein. Im vergangenen Jahr hatte Brandon McNulty triumphiert, davor siegten unter anderem auch der zweimalige Tour-de-France-Gewinner Jonas Vingegaard und Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel in Polen.

Für Brenner ist es der erste Gesamtsieg bei einer Rundfahrt. Auf der World Tour hatte der Augsburger zuvor noch nie ein Rennen gewonnen.

Begünstigt wurde der Erfolg auch durch einige Ausstiege. Unter anderem Topfavorit Joao Almeida vom Team UAE Emirates-XRG hatte nach einem Sturz aufgeben.