Die Krise um FIFA-Präsident Gianni Infantino spitzt sich weiter zu. Prinz Ali bin al-Hussein, Präsident des jordanischen Fußballverbands und ehemaliger FIFA-Vizepräsident, beschuldigt den Weltverbandschef nun öffentlich der Erpressung.
Konkret geht es laut Prinz Ali um ausstehende Gelder für die jordanische Auswahl, die dem Verband seit Monaten von der FIFA vorenthalten worden seien.
„Während der Weltmeisterschaft wurde mir mündlich mitgeteilt, dass meine Unterstützung für Infantino bei den Wahlen im März 2027 unserem Fußballverband erheblich helfen würde“, behauptete Jordaniens Verbandschef bei X.
Infantino-Gegner erhebt schwere Vorwürfe
In seiner Erklärung hieß es weiter: „Wir haben ihn (Infantino, Anm.) vorher nicht unterstützt und werden es auch jetzt nicht tun, aber die ganze Situation läuft auf Erpressung hinaus. Wir weigern uns, nachzugeben.“
Prinz Ali führte in seinem Vorwurf an, dass sein Verband für den zweiten Platz beim FIFA Arab Cup, der im vergangenen Dezember in Katar ausgetragen wurde, noch immer kein Preisgeld erhalten habe. Medienberichten zufolge stehen Jordanien dafür rund 4,2 Millionen Dollar zu.
Der Funktionär bemängelte, dass der Weltverband trotz milliardenschwerer Rücklagen kein Geld für Jordanien übrig habe.
Wissenswert in diesem Zusammenhang: Die Auseinandersetzung zwischen dem Jordanier und Infantino – der aktuell offenbar seine Verbündeten um sich schart – reicht weit zurück: Prinz Ali trat 2016 gegen den Schweizer bei der FIFA-Präsidentschaftswahl an und belegte im zweiten Wahlgang mit nur vier Stimmen den dritten Platz.
Bereits ein Jahr zuvor war er dem damaligen FIFA-Boss Sepp Blatter bei einer Wahl unterlegen, von 2011 bis 2015 saß er als Vizepräsident im FIFA-Exekutivkomitee.