Eine Stunde lang lag der FC Liverpool auf Kurs. Eine ordentliche Vorstellung, eine komfortable Führung – und plötzlich kamen die Reds böse unter die Räder.
Beim Testspiel im Soldier Field von Chicago gegen Leeds United setzte es eine 2:4-Pleite, die einige Schwächen im Team von Neu-Trainer Andoni Iraola offenbarte. So zumindest das Urteil der englischen Presse.
„Neuzugänge, bitte! Liverpools Bedarf an Transfers brutal enthüllt, als Leeds über Iraolas Team hinwegfegt“, titelte der Mirror gewohnt dramatisch. Der Tenor der Tageszeitung: Der englische Topklub müsse in Sachen Kaderplanung noch ordentlich nachlegen.
Liverpool implodiert in 25 Minuten – Alarm in England
Sky Sports berichtete von einem „Kollaps“, die BBC meinte: „Für Iraola gibt es viel nachzudenken.“ In der spanischer Heimat des Trainers war bei der As von einem „gewaltigen Schlag“ für Liverpool zu lesen.
Liverpool war durch Tore von Luke Chambers (7.) und Florian Wirtz (40.) in Führung gegangen, doch Brenden Aaronson (60.), Dominic Calvert-Lewin (71.), Sean Longstaff (73.) und noch einmal Calvert-Lewin (85.) drehten das Spiel zugunsten von Leeds.
„Vier Tore in 25 Minuten zeigen, warum Iraola Neuzugänge für die Defensive braucht“, befand daher auch The Athletic. Tatsächlich fehlen den Reds derzeit diverse Abwehrspieler (Joe Gomez, Conor Bradley, Jeremy Jacquet und Giovanni Leoni) verletzt, Kapitän Virgil van Dijk ist nach der WM noch nicht wieder beim Team.
Mit Jérémy Jacquet holte der englische Topklub bislang einen neuen Innenverteidiger. Abgesehen von der außerdem erfolgten Verpflichtung von Rechtsaußen Víctor Munoz hielt sich Liverpool auf dem Transfermarkt bislang zurück.
Immerhin Wirtz weiß zu überzeugen
Entsprechend groß ist die Aufregung auf der Insel. „Iraolas roter Alarm“, titelte die Daily Mail, die nach den zwei sehr unterschiedlichen Hälften im Spiel gegen Leeds auch in der Offensive Nachholbedarf sieht. Gehandelt wird hier nach wie vor Bradley Barcola.
Geht es nach dem Boulevard-Blatt, müsse Iraola für den Moment aber zwingend auf zwei Teenager setzen, um das eigene Spiel zu beleben. Genannt werden der schon länger aufstrebende Rio Ngumoha sowie Trey Nyoni, der auf der US-Tour der Reds im zentralen Mittelfeld zu überzeugen wusste.
Immerhin die Vorstellung von Wirtz besänftigte die englische Presse aber ein bisschen. Von der Mail wurde dem deutschen Nationalspieler ein „scharfer“ Auftritt attestiert, inklusive „atemberaubender“ Pässe.
Auch von Trainer Iraola bekam Wirtz zusammen mit Alexander Isak und Ryan Gravenberch ein Sonderlob. „Ich finde, sie haben es wirklich gut gemacht“, sagte der neue Reds-Coach nach der Partie.