Eine Weltmeisterschaft ohne Deutschland und weitere europäische Fußball-Schwergewichte? Christian Streich hätte damit kein Problem – sofern der Weltverband FIFA seine Investoren-Pläne rund um die WM und weitere FIFA-Turniere tatsächlich umsetzen sollte. „Da gibt es nur eines: Raus aus der WM!“, sagte der ehemalige Trainer des SC Freiburg bei Sky. „Dann gibt es halt nur eine Europameisterschaft“, fügte der 61-Jährige hinzu.
Sollte dieses Szenario tatsächlich eintreten, wäre dies aus Sicht von Streich gleichwohl „total schade“, wie er betonte: „Was gibt es schöneres als Kap Verde gegen Argentinien oder Deutschland gegen Brasilien?“ Die Vorgänge rund um die FIFA-Pläne hält Streich für „hochgradig korrupt: Das sind mafiöse Strukturen. Da muss man sich mit allem wehren.“
Massiver Widerstand gegen Infantino
Die FIFA plant, Anteile der Fußball-WM und weiterer Turniere an private Investoren zu verkaufen. Die Europäische Fußball-Union hatte einen Boykott von FIFA-Turnieren angekündigt, sollte der Weltverband sein Vorhaben tatsächlich umsetzen.
Auch weitere Verbände wie die CONCACAF (Nord- und Mittelamerika und Karibik) sowie die AFC (Asien) lehnen die FIFA-Pläne ab, somit würde FIFA-Präsident Gianni Infantino die nötige Zustimmung unter den FIFA-Mitgliedsverbänden für seinen angedachten Deal fehlen.
Der Afrikanische Fußballverband CAF zeigte sich hingegen offen. Streich sprach vor diesem Hintergrund von „Erpressung“: Für einen Präsidenten in einem „kleinen afrikanischen Land“ sei es angesichts der Möglichkeit, „20 bis 30 Millionen auf einmal zu kriegen“, schwer, nein zu sagen.