Das Bangen der Bayern um Jamal Musiala geht weiter. Oder, so könnte man es auch sehen, es geht erneut von vorne los. Seit seiner Rückkehr Anfang des Jahres sind alle Blicke immer wieder auf den Nationalspieler gerichtet. Lange ging es um seine Teilnahme an der WM, jetzt geht es um eine rechtzeitige Rückkehr für die anstehende Saison mit dem FC Bayern.

Musiala, der sich nach dem frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft direkt einer notwendigen Operation unterziehen konnte und dadurch wertvolle Zeit im Reha-Prozess gewann, befindet sich derzeit noch im Urlaub.

Bei Jamal Musiala wollen die Bayern kein Risiko eingehen
Bei Jamal Musiala wollen die Bayern kein Risiko eingehenBei Jamal Musiala wollen die Bayern kein Risiko eingehen© IMAGO/Beautiful Sports International

Am Donnerstag wird der 23-Jährige in München zurückerwartet. Ab Freitag soll er an der Säbener Straße die nächste Phase seines Comebacks einläuten.

Nach SPORT1-Informationen ist der weitere Fahrplan, der eng mit Trainer Vincent Kompany sowie den Fitness- und Rehatrainern abgestimmt wurde, bis ins Detail festgelegt. Sämtliche Maßnahmen greifen ineinander, alles soll weiter nach Plan laufen. Die Marschroute lautet erneut: Kein Risiko!

Dass Musiala nicht mit zur PR-Tour nach Asien reist, passt deshalb genau in dieses Konzept. Sportvorstand Max Eberl bestätigte am Mittwoch, dass der Nationalspieler bewusst in München bleiben wird.

„Jamal hat hoffentlich den letzten Schritt hinter sich mit der Entfernung der Platte“, sagte der 52-Jährige auf Nachfrage von SPORT1 und erklärte die Entscheidung, auf die Reise zu verzichten – auch mit Blick auf die Belastung zweier Langstreckenflüge.

So will Bayern Musiala wieder in Form bringen

Das Reisen und das umfangreiche Rahmenprogramm würden Musiala in seiner aktuellen Aufbauphase keinen Mehrwert bringen. Stattdessen könne er die Zeit nutzen, um unter optimalen Bedingungen weiter an seinem Comeback zu arbeiten.

„Er hat ein bisschen seine Leichtigkeit verloren, obwohl seine Statistiken gar nicht schlecht waren. Diese magischen Momente haben ein bisschen gefehlt. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass sie wiederkommen. Wir werden ihn behutsam aufbauen und wieder auf sein Topniveau bringen“, betonte Eberl.

Auch die zuletzt verletzten Lennart Karl und Serge Gnabry werden die Asien-Reise nicht antreten.

Für Musiala steht der Plan bereits fest: Sobald die Mannschaft von ihrer Tour zurückkehrt, soll er nach SPORT1-Informationen schrittweise ins Mannschaftstraining integriert werden. Die Verantwortlichen wollen dabei weder etwas überstürzen noch unnötigen Druck aufbauen. Ein Einsatz beim Telekom-Cup wäre hier zwar ein willkommener Zwischenschritt, besitzt intern aber keine Priorität.

Viel wichtiger ist aus Vereinssicht, dass Musiala beim Franz-Beckenbauer-Cup in Dortmund wieder eine ernsthafte Option für Trainer Vincent Kompany darstellt.

Bayern trotzt Druck von außen

Intern herrscht große Zuversicht, dass dieser Fahrplan aufgeht. Gerade der Coach will – wie zuletzt immer, wenn es um verletzte Spieler ging – auch diesmal keinerlei Druck aufbauen. Vielmehr soll Musiala nach seiner langen Verletzungspause diesmal ohne ständigen Blick auf den Kalender und WM-Gedanken an seine Bestform herangeführt werden – mit dem Ziel, ihm genau jene Unbekümmertheit zurückzugeben, die ihn zu einem der Top-Stars bei den Münchnern macht.

Von außen wird der Druck derweil ein wenig größer. Lothar Matthäus machte zuletzt bei Sky deutlich, dass für Musiala „keine Ausreden mehr“ gelten dürften, nachdem die schwere Verletzung inzwischen mehr als ein Jahr zurückliege.

Intern verfolgt der FC Bayern allerdings einen vorerst einen etwas anderen Ansatz. Nicht der schnellstmögliche Einsatz steht im Mittelpunkt, sondern ein nachhaltiger Aufbau, der Musiala langfristig wieder auf sein höchstes Niveau bringen soll.

Genau deshalb wird derzeit jeder Schritt genau geplant. Und genau deshalb sehen die Verantwortlichen die kommenden Wochen mit Optimismus.