15 Monate Pause, Olympiasiegerin Malaika Mihambo geschlagen und zu guter Letzt die EM-Quali eingefahren – Leichtathletin Mikaelle Assani hätte nach dem Gewinn des deutschen Meistertitels im Weitsprung am Sonntag kaum glücklicher sein können.

„Nach meinem letzten Sprung habe ich vor lauter Dankbarkeit geheult wie ein Baby“, sagte die 23-Jährige im Interview mit den Badischen Neuesten Nachrichten: „Dieser Titel setzt nun einen Haken hinter die schwere Zeit und zeigt, dass sich meine Arbeit gelohnt hat.“

Assani triumphiert nach Verletzungs-Comeback

Assani, die im März 2025 einen Sehnenriss im hinteren Oberschenkel erlitten hatte, war erst im Juni nach langer Verletzungspause ins Wettkampfgeschehen zurückgekehrt.

„Vor eineinhalb Jahren konnte ich nicht einmal richtig gehen“, sagte die Athletin vom Karlsruher SC: „Ich musste schon während des Wettkampfs meine Tränen zurückhalten. Dass ich da mit einem deutschen Meistertitel rausgehe, hätte ich nie gedacht.“

In Wattenscheid landete Assani vier Zentimeter vor Mihambo: „Mit meinem vierten Sprung auf 6,57 Meter ist dann aller Druck von mir abgefallen. Die 6,67 Meter im fünften Versuch waren nur noch die Kirsche auf der Torte.“ Es sei toll, „eine so große Athletin“ geschlagen zu haben, sagte Assani, noch glücklicher mache sie aber die Tatsache, die Norm für EM in Birmingham (10. bis 16. August) geknackt zu haben.

Auf das Jahreshighlight der Leichtathletinnen und Leichtathleten bereitet sich Assani seit Juni nicht mehr mit ihrem langjährigen Trainer Udo Metzler, sondern an der Seite von Mihambo und Bundestrainer Uli Knapp vor. „Ich wollte eine Veränderung und hoffe, das Beste daraus zu machen“, sagte Assani: „Man spürt schon, dass die Motivation nochmal eine andere ist, wenn man eine leistungsstarke Kollegin hat.“