Die Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat eine Beschwerde der Menschenrechtsorganisation FairSquare gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino zurückgewiesen. Das teilte ein IOC-Sprecher am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit.
„Die IOC-Ethikkommission stellte fest, dass jeder internationale Verband gemäß der Olympischen Charta seine Unabhängigkeit und Autonomie in der Verbandsführung wahrt“, erklärte ein IOC-Sprecher und fügte hinzu, die Beschwerde falle daher „nicht in den Zuständigkeitsbereich“ der Kommission.
FairSquare hatte Anfang Juli eine zehnseitige Beschwerde gegen Infantino eingereicht. Grund waren laut der Organisation mehrere angebliche Verstöße des Chefs des Fußball-Weltverbandes gegen die Regeln zur politischen Neutralität. Dabei geht es vor allem um die Nähe des IOC-Mitglieds Infantino zu US-Präsident Donald Trump.
Schwerwiegende Vorwürfe an Infantino
„Gianni Infantino hat wiederholt gegen die Regeln des IOC zur politischen Neutralität verstoßen, indem er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, seine politische Unterstützung ausgesprochen hat“, schrieb FairSquare und bezog sich dabei auf Beweise, die „fünf eindeutige Verstöße gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität“ nahelegen würden. Ferner habe die Organisation Anscheinsbeweise für zwei weitere Verstöße vorgelegt.
Das IOC hatte erst Ende Juni die Unabhängigkeit des olympischen Sports von staatlichem, gesellschaftlichem oder wirtschaftlichem Druck in seiner Charta betonen lassen.
FairSquare hatte kurz nach der Verleihung des FIFA-Friedenspreises von Infantino an Trump im vergangenen Dezember bereits eine offizielle Beschwerde bei der Ethikkommission der FIFA eingereicht. Dieser hatten sich Norwegens Fußballverband sowie 50 Abgeordnete des Europäischen Parlaments angeschlossen.